Geschichte und Charakter
Eine Spielart des House, die Mitte der 80er in Chicago entstand, vor allem mit Larry Heard (Mr. Fingers): „Mystery of Love“ (1985) und „Can You Feel It“ (1986) verbinden den Groove der Drum Machine mit Jazz-Akkorden, langen Pads und einer nächtlichen, introspektiven Atmosphäre. In den 90ern verlagert sich der Deep nach New York und New Jersey, wo er mit Garage und Gospel verschmilzt: Kerri Chandler, Blaze, Joe Claussell, Masters at Work, Ron Trent und Chez Damier (Chicago/Detroit), dann Moodymann und Theo Parrish in Detroit mit einem schmutzigeren, gesampelteren Sound. In den 2000ern bringen St Germain und die französische Szene ihn in Richtung Jazz; in Südafrika wird er zur Basis des Afro House.
In den 2010ern wird der Name „Deep House“ auch für einen poppigeren, radiotauglichen House verwendet, der im Vereinigten Königreich und in Deutschland entstand (Duke Dumont, Disclosure, Robin Schulz, Kygo für Tropical): Organ- oder „Plucked“-Basslines, gepitchte Stimmen, weiche Atmosphären. Für Puristen ist das etwas anderes; in der Produktionspraxis teilen die beiden Welten BPM, erweiterte Akkorde und weichen Mix.
Ästhetik: Tiefe, Wärme, Eleganz, Soul-Melancholie; verhaltene und konstante Energie, ein Groove, der eher zum langen Tanzen einlädt, als zu explodieren.
Tonleitern und Tonarten
Konvention: Die römischen Ziffern beziehen sich auf die Dur-Tonleiter derselben Tonika (Großbuchstabe = Dur, Kleinbuchstabe = Moll, ° vermindert, ø halbvermindert, + übermäßig; b/# = gegenüber Dur erniedrigte/erhöhte Stufe: in a-Moll F = bVI, G = bVII). Töne und Akkorde unten sind exakt aus der Formel berechnet.
Dorisch
- Formel: 1 2 b3 4 5 6 b7 — Schritte: GT HT GT GT GT HT GT
- Auf D: D E F G A H C (D E F G A H C)
- Diatonische Dreiklänge: Dm i · Em ii · F bIII · G IV · Am v · Bdim vi° · C bVII
- Vierklänge: Dm7 i7 · Em7 ii7 · Fmaj7 bIIImaj7 · G7 IV7 · Am7 v7 · Bm7b5 viø7 · Cmaj7 bVIImaj7
- Charakteristischer Ton: die große Sexte (H in D-Dorisch), die das IV zu Dur (G, G9, G13) und das ii zu Moll (Em7) macht.
- Einsatz: der Vamp i9–IV13 (Dm9–G13) ist das Symbol des Deep: zwei Akkorde voller Erweiterungen, Rhodes und Pads. Gesangsmelodien, die H als helle Note auf dem IV verwenden.
- Anwendungsbeispiel: Die Ästhetik von Larry Heard und Kerri Chandler beruht auf Moll-Non- und Undezimakkorden im Loop.
- Häufige Fehler: Pads mit B (b6) über dem G13: erzeugt eine schiefe b9.
Äolisch
- Formel: 1 2 b3 4 5 b6 b7 — Schritte: GT HT GT GT HT GT GT
- Auf F: F G As B C Des Es (F G As B C Des Es)
- Diatonische Dreiklänge: Fm i · Gdim ii° · Ab bIII · Bbm iv · Cm v · Db bVI · Eb bVII
- Vierklänge: Fm7 i7 · Gm7b5 iiø7 · Abmaj7 bIIImaj7 · Bbm7 iv7 · Cm7 v7 · Dbmaj7 bVImaj7 · Eb7 bVII7
- Charakteristischer Ton: die b6 (Des): melancholische und nächtliche Farbe.
- Einsatz: Abstiege i9–bVII6–bVImaj7–v7 (Fm9–Eb6–Dbmaj7–Cm7), Loops à la Larry Heard, UK-Deep der 2010er.
- Häufige Fehler: Akkorde alle in Grundstellung und mit denselben Erweiterungen: Variiere die Umkehrungen für eine weiche Stimmführung.
Ionisch mit Erweiterungen (jazziger Deep)
- Formel: 1 2 3 4 5 6 7 — Schritte: GT GT HT GT GT GT HT
- Auf F: F G A B C D E (F G A B C D E)
- Diatonische Dreiklänge: F I · Gm ii · Am iii · Bb IV · C V · Dm vi · Edim vii°
- Vierklänge: Fmaj7 Imaj7 · Gm7 ii7 · Am7 iii7 · Bbmaj7 IVmaj7 · C7 V7 · Dm7 vi7 · Em7b5 viiø7
- Charakteristischer Ton: die maj7 (E) und die 9 (G): Fmaj9 ist die „Deep“-Durfarbe schlechthin.
- Einsatz: schwebende ii–V–I (Gm9–C9sus4–Fmaj9), Verläufe iii–vi–ii–V, 6/9-Akkorde.
- Häufige Fehler: in jedem Durchlauf V7 mit Tritonus verwenden: Der Deep bevorzugt 9sus4 und 13sus4.
Lydisch (verträumte Farbe)
- Formel: 1 2 3 #4 5 6 7 — Schritte: GT GT GT HT GT GT HT
- Auf Des: Des Es F G As B C (Des Es F G As B C)
- Diatonische Dreiklänge: Db I · Eb II · Fm iii · Gdim #iv° · Ab V · Bbm vi · Cm vii
- Vierklänge: Dbmaj7 Imaj7 · Eb7 II7 · Fm7 iii7 · Gm7b5 #ivø7 · Abmaj7 Vmaj7 · Bbm7 vi7 · Cm7 vii7
- Charakteristischer Ton: die #4 (G in Des-Lydisch), die dem Durakkord eine schwebende, verträumte Farbe gibt (Dbmaj7#11).
- Einsatz: Pads und maj7#11-Akkorde in den Breakdowns, Wechsel Imaj7–II (Dbmaj7–Eb/Db), typisch für Deep und Jazz-House.
- Häufige Fehler: zu lange im Lydischen bleiben, mit Melodien, die auf der #4 beharren: klingt nach Filmmusik.
Moll-Pentatonik
- Formel: 1 b3 4 5 b7 — Schritte: GT+HT GT GT GT+HT GT
- Auf D: D F G A C (D F G A C)
- Charakteristischer Ton: keine Halbtöne: perfekt für Stimmen und Saxophon über erweiterten Akkorden.
- Einsatz: Gesangs- und Saxophonlinien, Bassriffs.
- Häufige Fehler: sie gegen einen Durakkord mit großer Terz verwenden (F gegen Fis) im hohen Register.
Wie man zwischen den Skalen wählt
„Klassischer“ und souliger Deep: Dorisch und Dur mit Erweiterungen. Nächtlicher und UK-Deep: Äolisch. Schwebende, verträumte Momente: Lydisch in den Breaks. Stimmen und Soloinstrumente: Pentatonik auf der Tonika des Modus. Regel: Baue den Akkord mit 4–5 Stimmen auf (1-b3-5-b7-9) und wähle den Modus nach der Sexte, die du hören willst.
Harmonik
Funktion
Jazz- und Soul-Sprache, auf den Loop angewendet: Non-, Undezim- und Tredezimakkorde, Sus-Akkorde, maj7#11; ii–V-Bewegungen, die in der Schwebe gelassen werden; wenige Akkorde, lange wiederholt.
Techniken
- Planing / Chord Memory: parallel verschobene m9- oder m11-Voicings (auch außerhalb der Skala), Markenzeichen des Chicago Deep.
- Schwebende Dominanten: 9sus4 und 13sus4 statt V7: weiche Auflösung.
- Terzbewegungen (Dm9 → Fmaj7 → Am7) und Ganztonbewegungen.
- Pedale: Tonika im Bass gehalten unter wechselnden Akkorden.
- Umkehrungen und Stimmführung: Die Innenstimmen bewegen sich stufenweise (die 7 eines Akkords wird zur 3 des nächsten).
Harmonischer Rhythmus und Dichte
Ein Akkord pro Takt oder alle 2; moderate Dichte mit offenen Voicings im mittleren Register (C3–C5) und nichts unter C3 außer dem Bass. Oft ein Tiefpassfilter auf den Akkorden, das sich langsam öffnet.
Beispiele
- Gm9–C9sus4–Fmaj9–Dm9: schwebendes ii–V–I–vi aus New York.
- Fm9–Eb6–Dbmaj7–Cm7: nächtlicher äolischer Abstieg.
- Dm9–G13: dorischer Zwei-Akkord-Vamp.
Typische Akkordfolgen
| Name | Tonart | Akkorde | Stufen | So setzt du es ein |
|---|---|---|---|---|
| Schwebendes ii–V–I | F-Dur | Gm9 C9sus4 Fmaj9 Dm9 | ii9 V9sus4 Imaj9 vi9 | Die Sus-Dominante vermeidet die Tritonus-Spannung: weiche Auflösung, typisch für den New Yorker Deep (Kerri Chandler, Masters at Work). |
| Nächtlicher Loop | f-Moll | Fm9 Eb6 Dbmaj7 Cm7 | i9 bVII6 bVImaj7 v7 | Diatonischer Abstieg über äolische Stufen mit Farben von Sexte und großer Septime: Melancholie ohne Drama, à la Larry Heard. |
| Dorischer Vamp | d-Moll (dorisch) | Dm9 G13 | i9 IV13 | Zwei Akkorde, viel Erweiterung: ideal mit Rhodes und Pad, lässt Platz für Stimme und Bass. |
| Planing von Undezimen | c-Moll | Cm11 Ebm11 Fm11 Cm11 | i11 biii11 iv11 i11 | Dasselbe verschobene m11-Voicing: Das Ebm11 fällt aus der Skala und erzeugt die chromatische „Deep“-Farbe der Chord Memory. |
| Verträumtes Lydisch | Des-Dur (lydisch) | Dbmaj7 Eb/Db | Imaj7 II/I | Wechsel über Tonika-Pedal: Der zweite Akkord bringt die #4 (G) und lässt alles schweben; ideal für Breakdowns. |
| UK-Deep der 2010er | a-Moll | Am9 Fmaj7 Cmaj7 G6 | i9 bVImaj7 bIIImaj7 bVII6 | Der epische Moll-Verlauf, mit Septimen und Sexten angereichert, damit er weich klingt: Basis vieler Deep-/Pop-Produktionen aus UK. |
| iii–vi–ii–V | Es-Dur | Gm7 Cm9 Fm9 Bb13sus4 | iii7 vi9 ii9 V13sus4 | Jazz-Quintfallkette, die nie beim I ankommt: kontinuierlicher Kreislauf des jazzigen Deep (St Germain, Ron Trent). |
Rhythmus und Groove
- Feel: entspannt, deutlicher Swing auf den Sechzehnteln (55–60 % MPC; FL Studio 20–40) auf Hat, Shaker und Percussion; Bassdrum und Clap gerade.
- Akzente: Clap/Rim auf 2 und 4 weich; Open Hat im Offbeat mit mittlerer Lautstärke; Shaker mit wellenförmigen Akzenten.
- Microtiming: Percussion leicht verzögert (5–15 ms), Clap manchmal 5–10 ms verzögert („laid back“).
- Raum: weniger Schläge und weniger Höhen als im klassischen House; mehr Platz zwischen den einzelnen Schlägen.
Schlagzeug
Bassdrum
In Vierteln, weich und kurz: 909 mit wenig Klick, verkürzte 808 oder gesampelte akustische Bassdrum; Grundton 50–60 Hz, Decay 200–300 ms. Lautstärke etwas niedriger als im Tech House; nie verzerrt.
Clap, Snare und Rim
Weicher Clap oder Snare mit Besen auf 2 und 4, manchmal nur auf der 4; synkopierte Rims (Step 4, 11, 16) mit Velocity 40–70 % als jazzige „Unterhaltung“. Weicher Room-/Plate-Hall.
Hi-Hat und Ride
Open Hat im Offbeat mit mittlerer Lautstärke; geswingte Closed Hats mit Ghost Notes; Jazz-Ride oder 909 in Achteln in den volleren Abschnitten.
Percussion
Shaker in geswingten Sechzehnteln (der eigentliche Motor des Grooves), leichte Congas und Bongos, Tamburin, Glöckchen; oft von Platten aufgenommene oder gesampelte Percussion.
Dynamik und Ghost Notes
Viele Ghost Notes (Velocity 25–55 %) auf Hat, Rim und Shaker; Velocity-Variation von Takt zu Takt (Humanisierung 5–10 %).
Zusammenspiel mit Bass und Gesang
Der weiche Bass verzahnt die Synkopen mit Rim und Conga; unter dem Gesang wird das Ride herausgenommen und die Perc abgesenkt.
Abschnitte
Schlagzeug-Intro; Groove mit Bass und Akkorden; Breakdown mit Rhodes/Pad und Stimme, Bassdrum raus; weicher Wiedereinstieg (oft ohne große Riser). Die Variationen entstehen durch Wegnehmen.
Fills und Übergänge
Wenige Fills; Tom oder Conga als Durchgang, Reverse der Pads, Filter.
Klangauswahl
Abgerundete 909/808, Samples akustischer Schlagzeuge und Vinyl-Percussion, Hintergrundrauschen. Dunkle Hats (LP 10–12 kHz).
Typische Fehler
Zu brillante Hats; zu große und moderne Bassdrum; kein Swing; Percussion ohne Ghost Notes.
Bass
- Klang: warm und rund: Synth mit Dreieckwelle oder gefilterter Sägezahn (Minimoog, Juno, Moog Taurus), E-Bass (Fretless oder mit Fingern), Organ Bass im UK-Deep der 2010er.
- Register: E1–E3; Grundton 40–100 Hz mit weichen Obertönen bis 500 Hz.
- Mit der Bassdrum: melodische Linien im Offbeat, die den Tonika-Tönen der Akkorde folgen; leichter Sidechain (1–3 dB) oder keiner; die Bassdrum auf die Tonika stimmen.
- Töne: Tonika, Quinten, Oktaven, kleine Septimen und chromatische Annäherungstöne (z. B. von Dm9 nach G13: D–D–F–Fis–G); kurze Walking-Linien im Jazz-Stil.
- Rhythmus: Synkopen im Offbeat, Töne mittlerer Länge (Legato), wenig Staccato.
- Beispiele: Jazz-E-Bass in den New Yorker Deep-Stücken; synkopierter Organ Bass im UK-Deep.
Harmonieinstrumente
- Rhodes und Wurlitzer: harmonisches Herz: m9-/maj9-/m11-Voicings im mittleren Register, langsames Stereo-Tremolo, Chorus.
- Warme Pads: Juno, Prophet, Jupiter mit langsamem Attack und einem Tiefpassfilter, das sich in 16 Takten öffnet.
- Orgel: weiche Stabs, gehaltene Akkorde mit langsamem Leslie.
- Akustisches Klavier: Jazz-Akkorde, Antwortphrasen auf den Gesang.
- Streicher: synthetisch oder gesampelt in den Breakdowns.
- Stabs: gesampelte, wiederholte m9-Akkorde (Chord Memory).
Offene Voicings; nichts unter C3; LP auf den Pads bei 6–8 kHz.
Melodie und Gesang
- Stimme: Soul und Jazz, mittleres Register, wenig Virtuosität, viel Intention; männliches Spoken Word; Vocal-Samples aus Soul-Platten.
- Backing Vocals: weiche Terzharmonien, entfernte Chöre mit langem Hall.
- Soloinstrumente: Saxophon, Flöte, gedämpfte Trompete, Jazzgitarre, Klavier.
- Melodien: pentatonisch und modal, wenige Töne, Raum, Phrasen, die auf der 9 oder der 11 enden.
- Effekte: langer Hall- oder Plate-Hall (2–3 s), Delay 1/4 oder punktierte 1/8 mit niedrigem Feedback, leichter Chorus.
Instrumente
Drum Machines (TR-909, TR-808), Sampler (MPC, SP-1200), Rhodes, Wurlitzer, Klavier, Orgel, Juno-106, Korg M1, Prophet, Minimoog, E-Bass, Saxophon, Flöte, Percussion (Congas, Shaker, Glöckchen), Stimme.
Drum-Patterns
Synthesizer und Sounds
- Stage-73 V — Akkorde: Das Rhodes ist das Herz des Deep: m9-/maj9-Voicing mit langsamem Stereo-Tremolo (1,5–3 Hz), Chorus und einem Hauch Preamp-Drive.
- Jun-6 V — Pad und Bass: Warme Pads mit Chorus I, Attack 400–800 ms und langem Release; in mono wird daraus ein runder Bass mit Sub-Oszillator.
- Wurli V — Alternative Akkorde: Wurlitzer, nasaler und leicht schmutzig, ausgezeichnet für Stabs und Soul-Akkorde mit Tremolo.
- Solina V — Streicherteppich: Vintage-Ensemble-Streicher für die Breakdowns, unter 6 kHz gefiltert, um den Gesang nicht zu überdecken.
- Mini V — Bass: Dreieckoszillator + ein tief gefilterter Sägezahn, kurzer Glide für Durchgänge, mittlerer Decay: voller und weicher Bass.
- Jup-8 V — Pad und Stab: Breite Pads mit zwei verstimmten Oszillatoren, 24-dB-Filter zu 40 % geschlossen, langsamer Attack; Stabs mit Filter-Decay 300 ms.
Songaufbau
Langsame Entwicklung, Phrasen von 8 Takten, 6–8 Minuten (Extended) oder 3:30 (Vocal Edit).
| Abschnitt | Takte | Was einsetzt/aussetzt |
|---|---|---|
| Intro | 16–32 | Schlagzeug, Shaker, dann Bass |
| Groove 1 | 32 | Akkorde (geschlossenes Filter, das sich öffnet), Perc |
| Gesangsstrophe | 16 | Stimme, Rhodes, Ride raus |
| Breakdown | 16 | Bassdrum und Bass raus, Pad, Rhodes, Stimme |
| Groove 2 | 32 | alles, Ride, Backing Vocals |
| Outro | 16–32 | Wegnehmen |
Alle 8 Takte ein neues Element; kein explosiver Drop, die Wiedereinstiege sind weich.
Mixing und Mastering
Klangziel
Warm, tief und weich: volles, aber nicht aggressives Low-End, warme Mitten, abgerundete Höhen (weniger Energie über 10 kHz als im Tech House). Dynamik erhalten. Referenzen: Kerri Chandler, Larry Heard, St Germain — Rose Rouge.
Bassdrum
- EQ: HP 30 Hz; +1/+2 dB bei 50–60 Hz; −3 dB bei 300 Hz; Klick fast nicht vorhanden (+0,5 dB bei 2 kHz) oder LP bei 8 kHz.
- Kompression: Opto oder weicher VCA 3:1, Attack 20–30 ms, GR 1–2 dB.
- Sättigung: leichtes Tape.
- Stereo: mono.
Clap, Snare, Rim
- EQ: HP 200 Hz; weicher Clap (−2 dB bei 3–5 kHz, wenn schrill); Rim mit +1 dB bei 1,5 kHz.
- Kompression: leicht (2–3 dB).
- Raum: Plate 1,2–1,8 s, Pre-Delay 20 ms, gefilterter Return (HP 400, LP 7 kHz).
- Stereo: Clap in der Mitte, Rim 20–30 %.
Hi-Hat und Percussion
- EQ: HP 400 Hz; LP 12–14 kHz; Dynamic EQ bei 7–9 kHz.
- Raum: Room 0,6 s; Shaker und Congas etwas „nach hinten“.
- Panning: Shaker 40 % L, hohe Conga 30 % R, tiefe Conga 30 % L, Hat 15 % R.
Bass
- EQ: HP 30 Hz, Grundton 50–90 Hz, Absenkung 200–300 Hz −2 dB, wenn aufgebläht, +1 dB bei 600–800 Hz für Lesbarkeit, LP 3–4 kHz.
- Kompression: Opto 3:1, Attack 15 ms, Release 150 ms, GR 3–4 dB.
- Sättigung: leichte warme Röhre.
- Stereo: mono unter 150 Hz. Sidechain: 1–3 dB.
Rhodes, Pad, Klavier, Orgel
- EQ: HP 120–180 Hz; Rhodes −2 dB bei 250–350 Hz, +1 dB bei 2 kHz; Pad LP 6–8 kHz.
- Kompression: Rhodes mit leichtem Opto (2 dB); Pad ohne.
- Sättigung: Tape auf dem Bus.
- Raum: Rhodes in Plate 1,5 s; Pad in Hall 3–4 s; Delay 1/4 mit Feedback 20 % und LP 4 kHz auf den Klavierphrasen.
- Stereo: Rhodes mit Stereo-Tremolo; breite Pads; Klavier 20–30 % zu einer Seite, wenn auch das Rhodes dabei ist.
- Automationen: LP auf den Pads, das sich in den ersten 16 Takten öffnet; Tremolo-Lautstärke.
Hauptstimme
- Kette: HP 80 Hz; −2 dB bei 300 Hz; Opto-Kompression (LA-2A-Stil) 3–5 dB GR, dann Spitzenlimiter 1–2 dB; De-Esser bei 6–7 kHz; +1,5 dB bei 3 kHz und weicher Air-Shelf.
- Sättigung: leichtes Tape oder Röhre.
- Raum: Plate 1,8–2,2 s mit Pre-Delay 30–50 ms; Delay 1/4 mit Feedback 25 % und LP 5 kHz.
- Stereo: zentral.
Backing Vocals
HP 150 Hz, LP 10 kHz, Kompression 5 dB, breit (L/R 70 %), Hall 2,5 s, 6–9 dB unter dem Solisten.
Saxophon, Flöte, Solisten
HP 150 Hz, −2 dB bei 400 Hz, Opto-Kompression 3 dB, Plate 1,5 s, Panning 20–30 %.
FX
Wenige: Reverse-Pads, Vinyl-Rauschen (HP 500 Hz, −25 dB), Filter.
Busse und Gruppen
Drumbus: Glue 2:1 (GR 1–2 dB) + Tape. Music-Bus: Tape und Gruppen-EQ; Vocal-Bus: 1–2 dB Kompression.
Sidechain
Leicht: Pads 2–4 dB, Bass 1–3 dB, Hallräume 2–3 dB. Das „Pumpen“ soll man kaum hören.
Master
Kette: EQ (HP 25 Hz, Shelf −0,5 dB bei 12 kHz, wenn zu brillant) → Tape → Bus-Kompressor 1–2 dB → Limiter. Ziel −10/−8 LUFS integriert (klassischer Deep dynamischer, bis −11); Short-Term im Groove −8/−7; True Peak −1 dBTP; Crest-Faktor 9–12 dB.
Häufige Fehler
Zu brillante Höhen; moderne und aggressive Bassdrum; ungefilterte Hallräume, die 200–500 Hz verkleben; Rhodes mit zu viel unterer Mitte; zu lauter Master, der den Groove tötet.
Referenzsongs für den Mix
- Mr. Fingers — Can You Feel It (1986)
- Kerri Chandler — Bar A Thym (1998)
- St Germain — Rose Rouge (2000)
- Duke Dumont ft. AME — Need U (100%) (2013) für den UK-Deep
Referenz-Hörbeispiele
- Mr. Fingers — Mystery of Love (1985)
- Mr. Fingers — Can You Feel It (1986)
- Kerri Chandler — Bar A Thym (1998)
- St Germain — Rose Rouge (2000)
- Duke Dumont ft. A*M*E — Need U (100%) (2013)
- Disclosure ft. Sam Smith — Latch (2012)