Geschichte und Charakter
Hybrid aus dem Groove der House und der Trockenheit der Techno. Der Name entstand als Plattenladen-Etikett für eine Musik, die die „rauen“ Bässe und „stählernen“ Drums der Techno mit den Harmonien und dem Groove der House verband. Die Szene formiert sich in London zwischen Mitte und Ende der 90er-Jahre rund um die Partys The Drop (Mr C und Paul „Rip“ Stone), Heart & Soul und Wiggle (Terry Francis und Nathan Coles) sowie um den Club The End von Mr C und Layo Paskin, der Ende der 90er als Heimat der britischen Tech House galt; gleichzeitig arbeiten in den USA Derrick Carter, Stacey Pullen und die Westküste (E.B.E seit 1995) an verwandten Sounds.
In den frühen 2000ern breitet sich das Genre in Europa aus — besonders stark in Spanien (Barcelona: Marc Maya, Oscar Aguilera, Raul Mezcolanza) — und wird von Techno- und House-DJs übernommen (Adam Beyer, Richie Hawtin, Carl Cox, Joris Voorn). In den 2010ern wird sie zum dominanten Sound von Ibiza und den großen Clubs: Jamie Jones und Hot Creations, Patrick Topping, Hot Since 82, Solardo, der Dirtybird-Kreis von Claude VonStroke in den USA („hüpfende“ Basslines und Humor), dann FISHER — Losing It (2018), das Tech House in die Charts bringt, gefolgt von Meduza, Chris Lake, John Summit, Acraze (Do It To It, 2021).
Ästhetik: körperlicher, minimaler und repetitiver Groove; auf das Nötigste reduzierte Harmonik; Basslines als Protagonisten; „Shout“-Vocals oder gesprochene Phrasen; trockene, chirurgische Percussion; Drops, die eher auf Spannung und Entladung des Basses aufgebaut sind als auf Melodien.
Tonleitern und Tonarten
Konvention: Die römischen Ziffern beziehen sich auf die Dur-Tonleiter desselben Grundtons (Großbuchstaben = Dur, Kleinbuchstaben = Moll, ° vermindert, ø halbvermindert, + übermäßig; b/# = gegenüber Dur erniedrigte/erhöhte Stufe: in a-Moll ist F = bVI, G = bVII). Töne und Akkorde unten sind exakt nach der Formel berechnet.
Äolisch (natürliches Moll)
- Formel: 1 2 b3 4 5 b6 b7 — Schritte: GT HT GT GT HT GT GT
- Auf G: G A Bb C D Eb F (G A B C D Es F)
- Diatonische Dreiklänge: Gm i · Adim ii° · Bb bIII · Cm iv · Dm v · Eb bVI · F bVII
- Vierklänge: Gm7 i7 · Am7b5 iiø7 · Bbmaj7 bIIImaj7 · Cm7 iv7 · Dm7 v7 · Ebmaj7 bVImaj7 · F7 bVII7
- Charakteristischer Ton: b6 (Eb) und b7 (F): dunkle, „street“-hafte Basslines.
- Einsatz: Bass-Riff von einem Takt (G–Bb–F–G mit Oktaven), gelegentliche Moll-Stabs, Vocal-Samples. Oft gibt es nur einen Akkord oder keinen.
- Häufige Fehler: zu melodische Basslines: In der Tech House ist der Bass ein Groove aus 2–4 Tönen.
Phrygisch
- Formel: 1 b2 b3 4 5 b6 b7 — Schritte: HT GT GT GT HT GT GT
- Auf E: E F G A B C D (E F G A H C D)
- Diatonische Dreiklänge: Em i · F bII · G bIII · Am iv · Bdim v° · C bVI · Dm bvii
- Vierklänge: Em7 i7 · Fmaj7 bIImaj7 · G7 bIII7 · Am7 iv7 · Bm7b5 vø7 · Cmaj7 bVImaj7 · Dm7 bvii7
- Charakteristischer Ton: b2 (F): der Halbton über dem Grundton, im Bass als „Rückprall“-Ton (E–F–E) oder im bII-Stab verwendet.
- Einsatz: aggressive Basslines, dunkle Drops, Orgel- oder Synth-Stabs i–bII.
- Häufige Fehler: das bII zu lange verwenden: Es ist eine Farbe, kein Akkord zum Halten.
Dorisch
- Formel: 1 2 b3 4 5 6 b7 — Schritte: GT HT GT GT GT HT GT
- Auf A: A B C D E F# G (A H C D E Fis G)
- Diatonische Dreiklänge: Am i · Bm ii · C bIII · D IV · Em v · F#dim vi° · G bVII
- Vierklänge: Am7 i7 · Bm7 ii7 · Cmaj7 bIIImaj7 · D7 IV7 · Em7 v7 · F#m7b5 viø7 · Gmaj7 bVIImaj7
- Charakteristischer Ton: große Sexte (Fis): Die „groovigste“ und soulhafteste Tech House (Jamie Jones, Hot Creations) verwendet dorische m7- und 9-Akkorde.
- Einsatz: Orgel- oder Rhodes-Stabs i7–IV9, Basslines, die über Fis laufen.
- Häufige Fehler: F und Fis ohne Grund zwischen Bass und Akkorden mischen.
Moll-Pentatonik
- Formel: 1 b3 4 5 b7 — Schritte: GT+HT GT GT GT+HT GT
- Auf F: F Ab Bb C Eb (F As B C Es)
- Charakteristischer Ton: keine Halbtöne: Alle Töne funktionieren über dem Orgelpunkt.
- Einsatz: funkige Basslines à la Dirtybird, Synth-Riffs, Gesangsphrasen.
- Häufige Fehler: zu viele Töne pro Takt: Zwei oder drei gut platzierte Schläge sind mehr wert als eine volle Linie.
Welche Skala wählen
- Dunkle, hypnotische Bassline: Äolisch oder Phrygisch, 2–4 Töne.
- Soul- oder Funk-Groove: Dorisch oder Pentatonik, mit Orgel-/Rhodes-Stabs.
- Der Grundton zählt mehr als die Skala: Wähle einen Ton, der den Sub zwischen 41 und 55 Hz (E1–A1) „sprechen“ lässt, und baue das Riff um Grundton, Oktave und einen Farbton (b7, b3, b2).
Harmonik
Funktion
Minimal. Viele Stücke haben nur einen Akkord (oder keinen): Das tonale Zentrum ergibt sich aus der Bassline. Wenn es Harmonik gibt, ist es ein wiederholter Stab, ein gefilterter Pad oder ein Loop aus 2 Akkorden.
Techniken
- Bass-Orgelpunkt mit Moll-Stabs darüber; m7- oder m9-Stabs im Offbeat mit Delay.
- Zweiklänge i–bVII oder i–bII; dorische Vamps i7–IV9 in der groovigeren Tech.
- „Gechoppte“ Akkorde aus Samples (Orgel, Klavier, Stimme), auf einen einzigen Akkord zugeschnitten.
- Klangfarbliche Bewegung statt harmonischer (Filter, Verzerrung, Automationen).
Harmonischer Rhythmus
Ein Stab pro Takt oder alle 2 Takte; harmonische Wechsel selten (alle 8–16 Takte).
Beispiele
- Gm7 durchgehend gehalten, mit Bassline in G.
- Em–F (i–bII) als Stab im Drop.
- Am7–D9 als Orgel-Stab in den soulful Tech-House-Stücken.
Typische Akkordfolgen
| Name | Tonart | Akkorde | Stufen | So setzt du es ein |
|---|---|---|---|---|
| Ein Akkord | g-Moll | Gm7 | i7 | Der Großteil der Tech House: Der Bass zeichnet den Groove, ein m7-Stab färbt ihn ein. |
| Äolischer Zweiklang | g-Moll | Gm F | i bVII | Zwei Stabs, die sich jeden Takt oder alle zwei Takte abwechseln: ein Minimum an Bewegung, ohne vom Groove abzulenken. |
| Dunkel-Phrygisch | e-Moll (phrygisch) | Em F | i bII | Der Halbton erzeugt eine Peak-Time-Spannung; verwendet als Synth- oder verzerrter Orgel-Stab. |
| Soul-Vamp | a-Moll (dorisch) | Am7 D9 | i7 IV9 | Die Farbe der musikalischeren Tech House (Hot Creations, Jamie Jones): Orgel oder Rhodes als Stab. |
| m9-Stab im Planing | f-Moll | Fm9 Abm9 Fm9 Ebm9 | i9 biii9 i9 bvii9 | Dasselbe m9-Voicing parallel verschoben (Chord Memory): chromatischer „Deep-Tech“-Sound. |
Rhythmus und Groove
- Feel: gerade, aber mit leichtem Swing auf der Percussion (52–56 % MPC; FL Studio 10–20). Der Groove läuft in Sechzehnteln und ist stark quantisiert.
- Akzente: kräftige, kurze Kick, Clap auf 2 und 4, Open Hat im Offbeat; der synkopierte Bass fungiert als zweites Rhythmusinstrument.
- Microtiming: fast null auf den Drums; gesampelte Percussion mit Gruppenswing.
- Spannung: Builds auf Basis von Filtern, Entfernen der Kick, Snare-Rolls und wiederholten Vocal-Samples; Drops mit Rückkehr von Kick und Bass.
Schlagzeug
Kick
Kurz, tief und oft leicht verzerrt: Grundton 45–60 Hz, Decay 150–250 ms, Klick bei 3–5 kHz. Immer in Vierteln. Arbeit am Layering: ein „Top“ (Klick) + ein Körper; das Ganze muss Platz für den direkt danach einsetzenden Bass lassen.
Clap und Snare
Clap auf 2 und 4, oft mit einer trockenen Snare geschichtet; Varianten mit vorgezogenem Clap (Step 12) oder verdoppeltem Clap (Step 13 + 14 mit niedriger Velocity). Kurzer Hall.
Hi-Hat
Open Hat im Offbeat (Step 3, 7, 11, 15) mit kurzem Decay; geschlossene Hats in synkopierten Pattern (x.xxx.x.) mit variierten Velocities; Ride fehlt oder nur an den Höhepunkten.
Percussion
Rim, gesampelte Bongos und Congas, trockene Toms, „Click“- und „Wood“-Percussion, Shaker in Achteln; viel Panning und kleine Loops von einem halben Takt, die sich wiederholen.
Dynamik und Ghost Notes
Ghost Notes auf geschlossenen Hats und Percussion (Velocity 40–60 %); Variation mit Lautstärke- oder Filter-LFO, um Bewegung zu erzeugen.
Zusammenspiel mit Bass und Stimme
Die Bassline spielt in den Lücken zwischen Kick und Clap (Step 2, 4, 7, 8, 10 …): Drums und Bass bilden eine einzige rhythmische Figur. Unter dem Vocal-Chop werden hohe Percussions herausgenommen.
Abschnitte
- Intro: Kick, Hat, Percussion.
- Build/Break: Kick raus, Snare- oder Clap-Roll, HP-Filter auf allen Drums, wiederholte Vocals; oft ein „Stop“ von 1 Takt vor dem Drop.
- Drop: Kick + volle Bassline + Percussion; zweiter Drop mit Bass-Variation oder neuer Percussion.
Fills und Übergänge
Clap-Rolls, Tom-Fills, Reverse Cymbal, kurze Noise-Riser (2–4 Takte), Vocal-„Stutter“.
Klangwahl
Saubere, kraftvolle moderne Samples; bearbeitete 909; trockene Percussion; alles um den Grundton gestimmt.
Typische Fehler
Kick mit langem Ausklang, der den Bass auslöscht; zu viel Percussion (verworrener Groove); inkonsistenter Swing zwischen den Loops; zu brillante Hats.
Bass
- Sound: analoger oder virtueller Synth-Bass (gefilterter Sägezahn oder Rechteck, oft mit Verzerrung), „Rolling Bass“ in Sechzehnteln, „hüpfende“ Basslines (Dirtybird) mit Pitch-Envelope oder Glide, in manchen Stücken Organ Bass. Ein separater Sinus-Sub liegt oft darunter.
- Register: E1–E2 für den Sub (41–82 Hz), Obertöne bis 2–4 kHz für den „Mid“-Anteil.
- Mit der Kick: nie zusammen: die Kick auf dem Downbeat, der Bass unmittelbar danach. Harter Sidechain (4–8 dB) oder Volume Shaping (LFOTool/Kickstart). Stimmung: der Ausklang der Kick auf dem Grundton oder der Quinte.
- Töne: Grundton und Oktave, b7, b3; Glide auf gebundenen Tönen; ein einziger Ton außerhalb des Patterns für den „Rückprall“.
- Rhythmus: synkopierte Sechzehntel, Pattern von 1 Takt mit Variation im vierten.
- Beispiele: der pulsierende Bass von „Losing It“; die „Rolling“-Basslines der englischen Szene.
Harmonieinstrumente
- Stabs: Synth-Stabs (Juno, Prophet), verzerrte Orgel, „gechopptes“ Klavier.
- Pads: gefiltert, mit tiefem Sidechain, nur in den Breaks.
- Rhodes/Orgel: in der soulful Tech.
Sekundäre Rolle: Sie belegen 300 Hz–5 kHz nur intermittierend, im Drop nie durchgehend.
Melodie und Gesang
- Stimme: gesprochene Phrasen, „Shouts“, Samples aus Hip-Hop, R&B oder Filmen; rhythmische Vocal-Chops; in Chart-Tracks manchmal Strophe/Refrain.
- Chöre: fast nicht vorhanden; Verdopplungen oder kurze Harmonien.
- Melodien: einfache Synth-Riffs oder „Acid“-303-Leads.
- Effekte: Delay im Tempo, Filter, Verzerrung, Pitch-Shift (Stimmen um 3–7 Halbtöne abgesenkt), Stutter (Gross Beat), Gated Reverb.
Instrumente
Drum Machines und Samples (909, 808, moderne Percussion), analoge und virtuelle Synth-Bässe, Sinus-Sub, TB-303, Orgel, Rhodes, Synth-Stabs, Vocal-Samples, FX (Riser, Noise, Impact).
Drum-Patterns
Synthesizer und Sounds
- Mini V — Bassline: Der 24-dB-Ladder-Filter und fette Oszillatoren liefern volle Basslines: Oszillator 1 Sägezahn, 2 Rechteck eine Oktave tiefer, Cutoff 30–40 %, Env Amount 40–60 %, Decay 120–200 ms, niedriger Sustain; leichter Drive.
- Korg MS-20 V — Verzerrte Bässe und Leads: Aggressiver Filter mit Resonanz und Overdrive: „acidige“ Basslines und rohe Leads; HP des zweiten Filters, um den Matsch zu entfernen.
- DX7 V — FM-Bass „plucky“: Kurze, perkussive FM-Bässe (Algorithmen mit Modulator mit schnellem Decay): der „Pluck“, der im Mix durchschneidet.
- B-3 V — Organ-Stab: Orgel mit vollen Drawbars und Drive für Stabs in der soulful Tech; HP bei 200 Hz.
- ARP 2600 V — Percussion und FX: Rauschen, Sample & Hold und resonanter Filter für synthetische Percussion und Sweeps.
- Jun-6 V — Stabs und Pads: Kurze Stabs mit Chorus I; Pads in den Breaks mit tiefem Sidechain.
Songaufbau
DJ-Form in Phrasen von 8 Takten, 5–7 Minuten (Extended) oder 2:30–3:00 (Radio).
| Abschnitt | Takte | Inhalt |
|---|---|---|
| Intro | 16–32 | Kick, Hat, Percussion; alle 8 Takte kommen Elemente dazu |
| Groove | 16–32 | teilweiser Bass, Vocal |
| Break | 8–16 | Kick raus, HP-Filter, wiederholte Vocals, Roll |
| Drop 1 | 32 | Kick + volle Bassline + Percussion |
| Break 2 | 8–16 | Variante, neues Sample |
| Drop 2 | 32 | variierte Bassline, zusätzliche Percussion |
| Outro | 16–32 | Reduktion bis zu den reinen Drums |
Regel: Spannung und Entladung im Bass. Im Break nimmst du die Bassline heraus oder lässt nur ein Fragment übrig; im Drop kehrt sie vollständig zurück.
Mixing und Mastering
Klangziel
Sehr kraftvolles und sauberes Low-End: Kick und Bass in Zeit und Frequenz getrennt; trockene Mitten; präzise Höhen. Hohe Lautheit, aber mit einer Kick, die „schlägt“. Referenzen: FISHER — Losing It, Chris Lake & Alexis Roberts — Turn Off the Lights, Patrick Topping.
Kick
- EQ: HP 25–30 Hz; +2 dB bei 50–60 Hz Q 1,5; −3/−5 dB bei 200–400 Hz; +2 dB bei 3–5 kHz für den Klick.
- Kompression: in der Regel nein; Clipper (Fruity Soft Clipper, KClip), um sie ohne Spitzen lauter zu machen.
- Transient Shaper: +3 dB Attack, Sustain −2/−4 dB, wenn der Ausklang den Bass überdeckt.
- Sättigung: leicht bis mittel (Saturn 2, Decapitator), damit sie auf kleinen Lautsprechern hörbar ist.
- Raum: keiner. Stereo: mono.
Clap und Snare
- EQ: HP 180–250 Hz; +2 dB bei 1–2 kHz; Air +1 dB bei 10 kHz.
- Kompression: schneller FET 4:1, GR 3–5 dB; oder parallel.
- Raum: Room oder Plate 0,6–1 s, Pre-Delay 10 ms, HP 400 Hz auf dem Return; Hall in den Breaks automatisiert länger.
- Stereo: Haupt-Clap in der Mitte, Stereo-Layer verbreitert.
Hi-Hat und Percussion
- EQ: HP 400–700 Hz; Dynamic EQ bei 7–10 kHz; bei Percussion schmale Spitzen entfernen (Notch).
- Kompression: Perc-Bus 2:1 (GR 2 dB).
- Sättigung: leicht, um die Samples zu vereinheitlichen.
- Raum: kurzer Room; Delay 1/16 oder 3/16 auf einzelnen Percussions.
- Panning: Hat 10 % L, Open Hat zentral, Percussion an den Seiten (L30–60/R30–60), Shaker gegenüber der Hat.
- Automation: HP, der in den Breaks ansteigt; Lautstärke der Percussion mit langsamen LFOs variiert.
Bass
- EQ: Sub HP 25 Hz, LP 100–120 Hz; Mid-Anteil HP 100–150 Hz, +2 dB bei 700 Hz–1,5 kHz, LP 4–6 kHz.
- Kompression: VCA oder Opto 4:1, GR 4–6 dB; Limiter auf dem Sub für konstanten Pegel.
- Sättigung/Verzerrung: nur auf dem Mid-Anteil (Multiband oder Send): Tube, Foldback, Overdrive; niemals auf dem Sub.
- Raum: keiner unter 200 Hz; eventuell kurzes Delay auf dem oberen Anteil.
- Stereo: Sub mono; Mid-Anteil über 300 Hz leicht verbreitert (Chorus, Stereo Shaper), dabei die Korrelation kontrollieren.
- Sidechain: 4–8 dB mit Release 80–150 ms, oder präzises Volume Shaping von der Kick.
Stabs, Pads, Orgel
- EQ: HP 200–250 Hz; −2 dB bei 300–500 Hz; LP 8–10 kHz.
- Kompression: Stabs mit schnellem Kompressor (GR 3 dB).
- Raum: gefiltertes punktiertes Achtel-Delay (≈ 357 ms bei 126 BPM), kurzer Hall; Pads in Hall 2–3 s.
- Stereo: Stabs zentral/leicht breit; Pads breit.
- Sidechain: 6–10 dB auf den Pads.
Stimme und Vocal-Chop
- Kette: HP 100–150 Hz; FET-Kompression 4:1 (5–8 dB GR); De-Esser; EQ +3 dB bei 2–4 kHz; leichte Sättigung oder Verzerrung für den Charakter.
- Raum: Delay 1/4 oder punktiertes 1/8 als Throw; kurzer Plate-Hall (0,8–1,2 s); in den Breaks langer Hall.
- Stereo: zentral; gepitchte Doubles breit.
FX
Riser (HP 300 Hz), Noise-Sweep, Impact auf dem Drop; alle FX 1 Takt vor dem Drop abschneiden, um die Leere zu erzeugen.
Busse und Gruppen
Drum-Bus: Glue 4:1, Attack 30 ms, Release Auto, GR 2–3 dB, leichter Clipper. Bass-Bus mono unter 120 Hz. Music-Bus mit Gruppen-Sidechain. FX-Bus mit tiefem Sidechain.
Sidechain
Kick → Bass (4–8 dB), Pads/Stabs (6–10 dB), Hallräume (6 dB), FX (6–10 dB). Release passend zum Tempo.
Master
Kette: EQ (HP 20 Hz) → Bus-Kompressor 1–2 dB → Clipper (1–2 dB) → Limiter (Pro-L 2, Ozone, Fruity Limiter). Club-Ziel: −7/−6 LUFS integriert, Short-Term im Drop −6/−5; True Peak −0,3/−0,5 dBTP für Club-Dateien, −1 dBTP für Streaming; Crest-Faktor 6–8 dB.
Häufige Fehler
Bass und Kick, die sich überlagern („schmutziges“ Low-End); Stereo-Sub; Verzerrung auf dem Sub; zu viel Percussion zwischen 2 und 6 kHz; gequetschter Master, der den Punch der Kick verschwinden lässt.
Referenzstücke für den Mix
- FISHER — Losing It (2018)
- Chris Lake & Alexis Roberts — Turn Off the Lights (2018)
- Dennis Ferrer — Hey Hey (2009)
Referenz-Hörbeispiele
- Green Velvet — La La Land (2001)
- Dennis Ferrer — Hey Hey (2009)
- Chris Lake & Alexis Roberts — Turn Off the Lights (2018)
- FISHER — Losing It (2018)
- Meduza ft. Goodboys — Piece of Your Heart (2019)
- Acraze ft. Cherish — Do It To It (2021)