So funktioniert es
Er ist ein polyphoner Subtraktiv-Synthesizer: Jede Stimme ist ein kleiner kompletter Synth mit zwei Oszillatoren, Rauschen, einem Tiefpassfilter und einem Verstärker.
Der Signalweg
- Oszillatoren: Zwei VCOs pro Stimme erzeugen obertonreiche Wellenformen (Sägezahn, Rechteck/Puls; in der Arturia-Version auch Dreieck und Sägezahn+Rechteck). Beim Sync startet Oszillator 2 mit jedem Zyklus von Oszillator 1 neu und erzeugt neue Obertöne; bei der Cross-Mod moduliert Oszillator 2 die Frequenz von Oszillator 1 und erzeugt metallische Klangfarben.
- Mixer: Dosiert Osc 1, Osc 2 und Rauschen zum Filter.
- Filter: Resonanzfähiges Tiefpassfilter, umschaltbar zwischen 2 Polen (-12 dB/Oktave, mehr Obertöne, offener Klang) und 4 Polen (-24 dB/Oktave, dunkler und schärfer konturiert).
- Hüllkurven: eine für das Filter und eine für die Lautstärke (Loudness): Sie bestimmen Attack, Decay, Sustain und Release.
- Modulation: ein LFO, fest verdrahtet mit Tonhöhe, PWM, Filter und Lautstärke, dazu eine eigene Vibrato-Sektion.
Der „dicke“ Charakter entsteht aus der Summe leicht unterschiedlicher analoger Stimmen und aus dem individuellen Panning der Stimmen im Stereobild.
Charakter und Klang
Klangfarbe
Der „Oberheim-Sound“: breit, brüllend, mit vollen Mitten und einem Curtis-Filter, das mit 2 Polen offen und saftig, mit 4 Polen dunkler und kompakter klingt. Die Oszillatoren haben eine leichte Instabilität, die jeden Akkord dicker macht.
Frequenzbereich
Sehr dicht zwischen 200 Hz und 2,5 kHz: ein Instrument, das „den Raum füllt“. Die Stabs belegen tendenziell dieselbe Zone wie verzerrte Gitarren und Männerstimmen.
Stärken
- Brass und Stabs mit einer Wucht, die schwer nachzubilden ist (das Riff von Jump).
- Umschaltbares 12/24-dB-Filter: Der 2-Pol-Modus ist der Schlüssel zum offenen, „nasalen“ Oberheim-Klang.
- Stereo-Spread und Pan pro Stimme: riesige, bewegte Pads.
- Arturia übernimmt die Cross-Modulation des OB-X und ergänzt Dreieck und Sägezahn+Rechteck.
Grenzen
- Die Modulation des Originals ist minimal (ein fest verdrahteter LFO, zwei ADSR); für komplexes Routing braucht man das Advanced-Panel.
- Der Sound ist so dicht, dass er im Mix oft ausgedünnt werden muss.
Vergleiche
- vs. Jupiter-8: Der OB-Xa ist roher und breiter, der Jupiter glänzender und präziser.
- vs. Prophet-5: Der Oberheim hat „aufgeblähtere“ Mitten und einen offeneren 2-Pol-Modus; der Prophet ist kompakter und bei Resonanz aggressiver.
- vs. SEM: gleiche Marke, aber das SEM hat ein 12-dB-Multimode-Filter und einen leichteren Charakter; der OB-Xa nutzt Curtis-Tiefpassfilter mit 12/24 dB.
Architektur
Original (Oberheim OB-Xa, 1980–1983)
- 4, 6 oder 8 Stimmen mit Curtis-Chips (VCO CEM3340), 2 VCOs pro Stimme (Sägezahn, Rechteck/Puls), Sync.
- Resonanzfähiges Curtis-Tiefpassfilter, umschaltbar zwischen 2 und 4 Polen; Mixer mit Rauschen.
- 2 ADSR (Filter, Loudness); LFO mit fest verdrahteten Zielen; die Pulsbreite von Osc 2 bzw. die Tonhöhe von Osc 2 lässt sich mit der Filterhüllkurve modulieren (Schalter F-Env).
- Split- und Double-Modus (zwei Programme auf Tastaturhälften oder übereinandergelegt), programmierbarer Chord, Portamento, auf 120 Programme erweiterbarer Speicher, Pan pro Stimme über Trimmer.
Signalweg (pro Stimme)
Osc 1 + Osc 2 + Noise → Mix → LP-Filter 12/24 dB (Filter Env, LFO, Track) → VCA (Loudness Env, LFO) → Pan pro Stimme → Stereoausgang → Effekte.
Was Arturia hinzufügt (OP-Xa V, V Collection 9)
- 4 Wellenformen pro Oszillator (Sägezahn, Dreieck, Rechteck, Sägezahn+Rechteck wie beim OB-8) und stufenlose X-Mod (Cross-Mod des OB-X).
- Bis zu 16 Stimmen, Unison mit bis zu 8 Stimmen; Stereo Spread (verdoppelt Oszillatoren und Filter für den linken/rechten Kanal mit LFO Stereo, Osc Stereo, Filter Stereo, Movement Amt/Rate) oder Pan pro Stimme mit 8 Trimmern.
- Voice Dispersion (Factory/Aged/Out of Calibration/Custom).
- Eigene Vibrato-Sektion, Portamento mit Quantize (Glissando), Arpeggiator (6 Patterns, bis zu 6 Oktaven), Chord mit 11 Presets.
- Advanced – Modulation: 4 Multisegment-Hüllkurven (bis zu 16 Punkte, Loop, Poly, Sync, Presets), zuweisbar an fast jeden Parameter; Input Modulation Matrix (Velocity, Key, Aftertouch, Mod Wheel, Filter Env zu frei wählbaren Zielen).
- Effects: 3 Slots, seriell/parallel, mit 9 Effekten (Reverb, Delay, Chorus, Flanger, Phaser, Overdrive, Compressor, BitCrusher, Multimode Filter).
- Env Reset (Verhalten der „frühen OB-Xa“), wählbares Sync Routing.
- Hinweis: In der V Collection 9 erscheint das Instrument auch als „OB-Xa V“, der historische Name vor der Umbenennung in OP-Xa V.
Die Regler, einer nach dem anderen
Master Section
- Volume
- Ausgangslautstärke.
- Hold
- Hält die Noten unendlich lang (wird nicht im Preset gespeichert).
- Chord
- Aktiviert den Akkordmodus: Eine Taste spielt mehrere Noten.
- Sel
- Programmiert den Akkord über zwei Oktaven (der tiefste Ton ist die gedrückte Taste) oder wählt unter 11 Preset-Akkorden.
- Master Tune
- Globale Stimmung von -12 bis +12 Halbtöne.
Voices Section
- Unison Detune
- Verstimmung zwischen den Stimmen im Unison: niedrig = Dicke, hoch = Dissonanz/Schwarm.
- Unison
- Aktiviert Unison; die Anzahl der Stimmen pro Note wird im seitlichen Panel eingestellt.
- Stereo Spread / Pan (switch)
- Spread: Oszillatoren und Filter werden für links und rechts verdoppelt, mit dynamischen Variationen. Pan: Jede neue Note geht an die Position des Trimmers ihrer Stimme.
- Spread (knob)
- Menge der Stereobreite (bei null ist der Sound mono); das Ergebnis hängt vom gewählten Modus ab.
Stereo Spread Advanced Controls (Klappe über den Rädern)
- LFO Stereo
- Phasenverschiebung zwischen linkem und rechtem LFO von -180° bis +180° (erfordert ein aktives LFO-Ziel).
- Osc Stereo
- Relative Verstimmung zwischen der linken und der rechten Kopie der Oszillatoren.
- Filter Stereo
- Unterschied der Filter-Cutoff zwischen den beiden Kanälen.
- Movement Amt
- Menge des automatischen Panorierens der beiden Kopien.
- Movement Rate
- Geschwindigkeit des automatischen Panorierens von 0 bis 3 Hz.
Voices Pan und Voice Dispersion (Klappen über der Tastatur)
- Pan trimpot 1–8
- Feste Stereoposition jeder Stimme (bei 16 Stimmen gilt Trimmer 1 für die Stimmen 1 und 9 usw.); der Abstand von der Mitte wird durch den Spread-Regler bestimmt.
- Dispersion 1 / 2 / 3 / Custom
- Factory, Aged, Out of Calibration oder benutzerdefiniert.
- Pitch
- Verstimmung zwischen den Stimmen (außerhalb von Unison).
- PW
- Variation der Pulsbreite zwischen den Stimmen.
- Cutoff
- Variation der Filter-Cutoff zwischen den Stimmen.
- Reso
- Variation der Resonanz zwischen den Stimmen.
- Env
- Unterschiede in den Zeiten der Hüllkurven.
- Mod
- Unterschiede in den Modulationstiefen.
Modulation Section (LFO)
- Rate
- Geschwindigkeit des LFO.
- Sync
- Koppelt die Rate an Tempounterteilungen.
- Waveform
- Sine, Triangle, Saw, Ramp, Square, Sample & Hold, geglättetes Sample & Hold.
- Key Retrig
- Startet den Zyklus bei jeder Note neu; ausgeschaltet läuft der LFO frei.
- Mod Depth 1
- Tiefe des ersten Modulationswegs zu den unten aktivierten Zielen.
- Osc 1 Freq / Osc 2 Freq / Filter Freq
- Zielschalter von Weg 1: Vibrato auf einem oder beiden Oszillatoren, Wah auf dem Filter. Der LFO ist bipolar um den aktuellen Wert.
- Mod Depth 2
- Tiefe des zweiten Wegs.
- Osc 1 PWM / Osc 2 PWM / Volume
- Ziele von Weg 2: PWM (erfordert Rechteck) und Tremolo.
Oscillator Section
- Osc 1 Frequency
- Stimmung von Osc 1 in Oktaven.
- Osc 2 Frequency
- Stimmung von Osc 2 in Halbtönen (Intervalle, Powerchords, Sync).
- Osc 1 / Osc 2 Waveform (switch)
- Schalterkombinationen für Saw, Triangle, Square, Saw+Square.
- Sync
- Hard Sync: Der Slave-Oszillator startet mit jedem Zyklus des dominanten Oszillators neu (gewählt in Sync Routing: 1 oder 2). Das Verändern der Slave-Frequenz ergibt den klassischen Sync-Sweep.
- Osc 2 Detune
- Feinstimmung von Osc 2: wenige Cent für die Oberheim-Dicke.
- X-Mod
- Stufenlose Cross-Modulation von Osc 2 auf Osc 1: Ringmodulator-Klangfarben, metallisch, Glocken, Knurren.
- Pulse Width
- Pulsbreite (maximal Rechteck; wird sie verringert, klingt es nasal). Wirkt auf das Rechteck beider Oszillatoren.
Filter Section
- Frequency
- Cutoff des Curtis-Tiefpassfilters.
- Resonance
- Betonung an der Cutoff. Im 2-Pol-Modus fügt sie eine Spitze hinzu; im 4-Pol-Modus betont sie und dämpft den Rest (dünnerer, fokussierterer Klang).
- Mod
- Menge, mit der die Filter Envelope das Filter öffnet.
- 4 Pole
- Aus = 2 Pole -12 dB/Okt. (offen, „Oberheim“); an = 4 Pole -24 dB/Okt. (dunkler und prägnanter).
- Track
- Keyboard-Tracking des Filters: Hohe Noten klingen heller.
- Mix: Osc1 / Osc2 / Noise
- Eingangspegel der beiden Oszillatoren und des Rauschens zum Filter.
Envelopes Section
- Filter Envelope: Attack / Decay / Sustain / Release
- Hüllkurve der Cutoff (wird zum Wert von Frequency addiert, Menge über Mod).
- Loudness Envelope: Attack / Decay / Sustain / Release
- Lautstärkehüllkurve.
- Env Reset (seitliches Panel)
- On: Jede Hüllkurve startet bei null neu; Off: Verhalten der ersten OB-Xa, die Stimme startet von dem Pegel, auf dem sie sich gerade befindet (weich, nützlich bei langen Releases).
Vibrato Section
- Osc1 Vibrato / Osc2 Vibrato
- Aktiviert das Vibrato für den jeweiligen Oszillator (Vibrato nur auf Osc 2 erzeugt einen „Chorus“ zwischen beiden).
- Vibrato Rate
- Geschwindigkeit des Vibratos.
- Vibrato Depth
- Tiefe bis zu 3 Halbtönen (im Advanced-Panel dem Aftertouch zuweisbar).
- Vibrato Shape
- Drei Tasten für die Wellenform der Modulation.
Portamento Section
- Time
- Glide-Zeit ab 0 s/Oktave aufwärts.
- Quantize
- Glide in Halbtonschritten (Glissando) statt stufenlos.
Arpeggiator Section
- On
- Aktiviert den Arpeggiator (funktioniert auch zusammen mit Chord).
- Rate
- Geschwindigkeit: frei 0,1–50 Hz, im Sync von 1 bis 1/64.
- Sync
- Frei oder tempogebunden.
- Pattern
- As Played, Up, Down, Up-down 1 (Endpunkte wiederholt), Up-down 2 (Endpunkte einmal), Random.
- Octave
- Von 1 bis 6 Oktaven.
Mod Wheel und Pitch-Bend (Räder)
- Bend Amount
- Umfang des Pitch Bends: 1 oder 2 Halbtöne, kleine/große Terz, Quarte, Quinte, Septime, 1 oder 2 Oktaven.
- Osc2 Only
- Der Bend wirkt nur auf Osc 2: Im Sync oder mit X-Mod verändert er die Klangfarbe.
- Mod Wheel
- Modulationsrad, zuweisbar in der Input Modulation Matrix.
Seitliches Panel (Settings) und untere Leiste
- Poly
- Maximale Stimmenzahl 1–16.
- Unison
- Stimmen pro Note im Unison; Poly = Unison ergibt monophones Legato-Unison, ein Vielfaches von Unison bei Poly ergibt polyphones Unison.
- Env Reset
- Siehe Abschnitt Envelopes.
- Sync Routing
- Welcher Oszillator im Sync dominant ist (1 oder 2).
- Macro (4)
- Vier zuweisbare Makros.
Advanced: Modulation (4 Hüllkurven)
- Auswahl Envelope 1–4 + On/Off
- Vier Multisegment-Quellen; Rechtsklick auf den Rahmen zum Kopieren.
- Destination + Modulation Amount
- Nahezu beliebiges Ziel und bipolare Menge von -100 % bis +100 %.
- Breakpoints (bis zu 16), Point / Level / Time, Kurven
- Zeichnen der Form; Zeit in ms zwischen den Punkten.
- Key Trig
- Startet die Hüllkurve bei jeder Note neu; ausgeschaltet läuft sie frei.
- Loop
- Wiederholt fortlaufend (wie ein LFO oder ein Step-Sequencer).
- Poly
- Eine Hüllkurve pro Stimme statt einer gemeinsamen.
- Total Length + Sync
- Gesamtdauer von 5 ms bis 20 s oder in Takten/Unterteilungen.
- Presets
- Fertige Formen zum Verwenden oder Bearbeiten.
Advanced: Input Modulation Matrix
- Zeilen Vel / Key / AT / MW / FEnv
- Velocity, Keyboard-Tracking, Aftertouch, Mod Wheel, Filter Envelope (ersetzt den F-Env-Schalter des Originals).
- Zielspalten
- Klick auf den Titel, um den Parameter zu wählen (z. B. Filter Freq, Osc2 Pitch, Vibrato Depth).
- Zellen
- Menge -1,000/+1,000 (ziehen; Rechtsklick für Präzision; Doppelklick zum Löschen).
Advanced: Effects
- Serial / Parallel
- Effekte in Reihe oder parallel.
- Slot 1–3: Power, Effektmenü, Wet/Dry
- Reverb, Delay, Chorus, Flanger, Phaser, Overdrive, Compressor, BitCrusher, Multimode Filter.
Sounddesign-Tipps
Filter
- 2 Pole vs. 4 Pole: Der 2-Pol-Modus ist das Geheimnis der Oberheim-Brass und -Streicher: Er lässt mehr Obertöne durch und klingt auch bei niedriger Frequency „offen“. Der 4-Pol-Modus eignet sich für Bässe und dunkle Pads. Wenn eine Brass „zu“ klingt, nimm zuerst den 4 Pole heraus, statt die Cutoff-Frequenz zu öffnen.
- Mod vs. Frequency: Für den „Jump“-Stab bleibt die Frequency mittel bis niedrig (30–40 %) und der Mod mittel (40–50 %) mit kurzem Filter-Decay: Der Anschlag knallt und setzt sich dann.
- Resonanz im 4-Pol-Modus: Sie senkt die wahrgenommene Lautstärke und die Bässe; gleiche das mit der Lautstärke aus, nicht mit mehr Resonanz.
- Track: Aktiviere es bei Leads und Stabs, die sich über mehrere Oktaven erstrecken, sonst klingen hohe Noten matt.
Hüllkurven
- Attack vs. Decay: Für perkussive Stabs Loudness A 0–5 ms und Filter D 150–300 ms mit Filter-Sustain bei 30–50 %; für „geblasene“ Brass Filter A 50–120 ms.
- Release und Tempo: Oberheim-Akkorde mit einem Release über 600 ms verschwimmen bei schnellen Tempi (>120 BPM); nutze Env Reset Off nur, wenn du weiche Legato-Übergänge willst.
Stereo und Breite
- Hoher Spread + Unison + Chorus = Klangwand, aber Phasenrisiko in Mono: Prüfe immer die Mono-Kompatibilität, besonders bei Stabs, die zentral bleiben müssen.
- Für Pads nutze den Spread-Modus mit minimalem Osc Stereo und langsamem Movement (0,1–0,3 Hz): Der Sound bewegt sich, ohne verstimmt zu wirken.
Frequenzen
- Der OP-Xa belegt viel im Bereich 250–800 Hz: Senke mit Gitarren und Gesang lieber um 2–4 dB bei 300–500 Hz ab, statt die Lautstärke zu reduzieren, und setze bei Pads einen Hochpass bei 100–150 Hz.
- Das „Brüllen“ der Brass liegt zwischen 1 und 2,5 kHz: Dort entscheidet sich die Präsenz.
Modulationen und Spielweise
- Nutze die Vibrato-Sektion statt des LFO für das Vibrato: So bleibt der LFO frei für PWM oder Filter.
- Aftertouch → Vibrato Depth (0,3–0,5) und Velocity → Filter Freq (0,2–0,4) machen das Instrument ausdrucksstark.
- X-Mod: Kleine Mengen verschmutzen auf musikalische Weise, hohe Mengen machen den Klang unharmonisch; senke Osc2 im Mixer, um nur den Effekt auf Osc 1 zu hören.
Häufige Fehler
- Unison mit zu niedrigem Poly: Die Noten stehlen sich gegenseitig die Stimmen.
- Pulse Width auf Minimum: Der Puls ist so schmal, dass der Sound verschwindet.
- Hold nicht gespeichert: Presets starten immer mit ausgeschaltetem Hold.
Presets zum Nachbauen
Jump – Brass-Stab
Brass / Stab · Van Halen — Jump (1983)
Der knallige, kurze Akkord aus dem Riff von Jump. Im Original wurde der Keyboardpart auf einem Oberheim OB-Xa gespielt; hier mit dem OP-Xa V, seiner direkten Emulation. Das 2-Pol-Filter liefert den offenen, leicht nasalen Oberheim-Klang.
- Oszillatoren: Osc 1 Saw, Frequency 0 (8'); Osc 2 Saw, Frequency 0, Osc 2 Detune +6 Cent; Sync OFF, X-Mod 0.
- Mixer: Mix Osc1 100 %, Osc2 100 %, Noise 0.
- Filter: 4 Pole OFF (2 Pole, -12 dB/Okt.), Frequency 35 %, Resonance 10 %, Mod 45 %, Track ON.
- Filterhüllkurve: Attack 5 ms, Decay 350 ms, Sustain 45 %, Release 250 ms.
- Amplitudenhüllkurve (Loudness): Attack 0 ms, Decay 400 ms, Sustain 80 %, Release 250 ms.
- LFO und Modulationen: LFO Sine 5 Hz mit Mod Depth 1 auf 0 (Vibrato nur über das Mod Wheel); Input Matrix Vel → Filter Freq +30 %.
- Stimme und Glide: Poly 8, Unison OFF, Portamento Time 0; Spread 40 %, Dispersion 2.
- Effekte: leichter Chorus (Wet 20 %) → kurzer Hall-Reverb (1,5 s, Wet 20 %).
Stereo-Oberheim-Pad
Pad · Synthwave, Pop der 80er
Breites, warmes Pad, das sich dank Spread und langsamer PWM im Stereobild bewegt.
- Oszillatoren: Osc 1 Saw+Square, Frequency 0, Pulse Width 70 %; Osc 2 Saw, Frequency 0, Osc 2 Detune -7 Cent.
- Mixer: Osc1 90 %, Osc2 90 %, Noise 0.
- Filter: 4 Pole ON (-24 dB/Okt.), Frequency 45 %, Resonance 15 %, Mod 20 %, Track ON.
- Filterhüllkurve: Attack 800 ms, Decay 1,5 s, Sustain 70 %, Release 2 s.
- Amplitudenhüllkurve: Attack 500 ms, Decay 1 s, Sustain 90 %, Release 2,2 s.
- LFO und Modulationen: LFO Triangle 0,4 Hz, Mod Depth 2 auf 30 % mit Osc 1 PWM ON; Stereo Spread Advanced: Osc Stereo leicht, Movement Amt 30 %, Movement Rate 0,2 Hz.
- Stimme und Glide: Poly 8, Unison OFF, Portamento 0; Spread-Modus auf 70 %.
- Effekte: Chorus (Wet 30 %) → langer Reverb (4 s, Wet 35 %).
Oberheim-Unison-Lead
Lead · Rock und AOR der 80er
Dicker, sangbarer monophoner Lead mit vier gestapelten Stimmen.
- Oszillatoren: Osc 1 Saw, Frequency 0; Osc 2 Square, Frequency +12, Pulse Width 70 %, Osc 2 Detune +4 Cent.
- Mixer: Osc1 100 %, Osc2 70 %, Noise 0.
- Filter: 4 Pole ON, Frequency 55 %, Resonance 20 %, Mod 25 %, Track ON.
- Filterhüllkurve: Attack 10 ms, Decay 600 ms, Sustain 60 %, Release 300 ms.
- Amplitudenhüllkurve: Attack 5 ms, Decay 300 ms, Sustain 95 %, Release 250 ms.
- LFO und Modulationen: Vibrato Section Osc1+Osc2 ON, Vibrato Rate 5,5 Hz, Depth in der Input Matrix dem Aftertouch zugewiesen.
- Stimme und Glide: seitliches Panel Unison 4; Unison ON, Unison Detune 15 %; Portamento Time 60 ms.
- Effekte: punktiertes 1/8-Delay (Wet 20 %) → Plate-Reverb (1,8 s, Wet 20 %).
Bissiger Sync-Bass
Bass · Funk und Synthpop der 80er
Bass mit dem Biss des Sync im Attack, für Funk und Synthpop.
- Oszillatoren: Osc 1 Saw, Frequency -1 Oktave (16'); Osc 2 Saw, Frequency +7, Sync ON (Sync Routing: Osc 1 dominant).
- Mixer: Osc1 70 %, Osc2 90 %, Noise 0.
- Filter: 4 Pole ON, Frequency 25 %, Resonance 25 %, Mod 40 %, Track 50 %.
- Filterhüllkurve: Attack 0 ms, Decay 250 ms, Sustain 20 %, Release 100 ms; Advanced Envelope 1 (Key Trig ON, Decay in 200 ms) → Osc 2 Frequency +40 %.
- Amplitudenhüllkurve: Attack 0 ms, Decay 500 ms, Sustain 75 %, Release 80 ms.
- LFO und Modulationen: keine (Mod Depth 1 und 2 auf null).
- Stimme und Glide: Unison 2 Stimmen, Unison Detune 5 %; Portamento 0; Spread 0, um den Bass in der Mitte zu halten.
- Effekte: leichter Overdrive (Wet 100 %, Drive 15 %) → Compressor 3:1.
X-Mod-Glocke
Keys / FX · Filmmusik, Synthwave
Metallische Klangfarbe durch die Cross-Modulation von Osc 2 auf Osc 1, die Arturia vom OB-X übernimmt.
- Oszillatoren: Osc 1 Triangle, Frequency 0; Osc 2 Triangle, Frequency +17 Halbtöne, Osc 2 Detune +10 Cent; X-Mod 40 %.
- Mixer: Osc1 100 %, Osc2 0 (nur Modulator), Noise 0.
- Filter: 4 Pole OFF, Frequency 70 %, Resonance 0 %, Mod 15 %, Track ON.
- Filterhüllkurve: Attack 0 ms, Decay 1,5 s, Sustain 0 %, Release 1,5 s.
- Amplitudenhüllkurve: Attack 0 ms, Decay 2,5 s, Sustain 0 %, Release 2 s.
- LFO und Modulationen: Input Matrix Vel → X-Mod +20 % für härtere Glocken bei kräftigem Spiel.
- Stimme und Glide: Poly 8, Portamento 0.
- Effekte: Ping-Pong-Delay 1/4 (Wet 20 %) → Reverb (4 s, Wet 35 %).
1999 – Oberheim-Stab
Brass · Minneapolis Sound, Funk-Pop der 80er
Der Synth-Stab in Sechzehnteln, der 1999 von Prince eröffnet. Im Original ist das Instrument ein polyphoner Oberheim, angegeben als OB-X oder Four Voice; hier mit dem OP-Xa V, der Emulation des OB-Xa, des direkten Nachfolgers des OB-X. Das Schlagzeug des Stücks ist eine Linn LM-1.
- Oszillatoren: Osc 1 Square, Frequency 0, Pulse Width 40 %; Osc 2 Square, Frequency 0, Osc 2 Detune +8 Cent.
- Mixer: Osc1 100 %, Osc2 90 %, Noise 0.
- Filter: 4 Pole OFF (2 Pole), Frequency 50 %, Resonance 15 %, Mod 40 %, Track ON.
- Filterhüllkurve: Attack 3 ms, Decay 350 ms, Sustain 50 %, Release 200 ms.
- Amplitudenhüllkurve: Attack 0 ms, Decay 500 ms, Sustain 80 %, Release 200 ms.
- LFO und Modulationen: LFO Triangle 0,8 Hz, Mod Depth 2 auf 35 % mit Osc 1 PWM und Osc 2 PWM ON: Das ist die typische chorusartige Oberheim-Bewegung.
- Stimme und Glide: Poly 8, Unison OFF, Portamento 0; synkopierte Akkorde in Sechzehnteln mit Velocity-Akzenten; Verdopplung eine Oktave höher mit Filter-Frequency bei 35 %.
- Effekte: Chorus (Wet 15 %) → Plate-Reverb (1,2 s, Wet 15 %).
In Genres und Aufnahmen
- Rock und AOR der 80er: Der Keyboardpart von Jump von Van Halen wurde auf einem OB-Xa gespielt; zu den dokumentierten Nutzern gehören Rush, Queen, The Police, Simple Minds, Jethro Tull, Bon Jovi, Rod Stewart und Cliff Richard. Riesige Brass- und Stab-Sounds über den Gitarren.
- New Wave, Synthpop, Post-Punk: New Order, Depeche Mode, Gary Numan, The Stranglers, Thompson Twins. Akkorde, Pads und Bässe.
- Funk, R&B und Minneapolis Sound: Prince und das Duo Jimmy Jam und Terry Lewis; synthetische Brass statt echter Bläser.
- Elektrischer Jazz: Miles Davis in den 80ern.
- Filmmusik: Brad Fiedel unter den Nutzern; epische Brass-Sounds und breite Stereo-Pads.
- Elektronische Musik: Jean-Michel Jarre und Mike Oldfield.
- Moderner Pop mit 80er-Ästhetik: Calvin Harris unter den neueren Nutzern; breite Stabs, Stereo-Pads.
- Synthwave und Retrowave: Oberheim-Brass und -Pads sind ein Grundpfeiler des Genres.
- House, Nu-Disco, French Touch: gefilterte Akkorde und Stabs.