Pop110–135 BPM8 Akkordfolgen

Electropop

Geschichte und Charakter

Electropop ist Pop, der fast ausschließlich aus elektronischen Klängen gebaut ist, mit einer schärferen, ironischeren oder minimalistischeren Haltung als der Synth-Pop der 80er. Die Wurzeln liegen im Synth-Pop und Electro der frühen 80er, als Etikett setzt er sich aber erst Ende der 2000er und Anfang der 2010er durch: Lady Gaga (The Fame, 2008, mit RedOne), La Roux (Bulletproof, 2009), Robyn (Body Talk, 2010), Ladyhawke, Little Boots, Ke$ha, Marina and the Diamonds, später Grimes, Charli XCX, Lorde (Royals, 2013, produziert von Joel Little mit sehr wenigen Elementen), Halsey, Billie Eilish mit ihrem Bruder Finneas (bad guy, 2019) und Troye Sivan.

Zwei Seelen existieren nebeneinander. Die erste ist der brillante, tanzbare Electropop der 2000er: Electro House, Saw-Synths, „fizzy“ Bässe, Stimmen mit Auto-Tune, Club-Ästhetik. Die zweite ist der minimale, alternative Electropop der Jahre 2010–2020: viel leerer Raum, Sub-808, Percussion aus Fingerschnipsen, gefundenen Geräuschen und Vocal Chops, eine geflüsterte Stimme dicht am Mikrofon, Produktionen, die oft im Schlafzimmer entstehen (Finneas hat Billie Eilishs erstes Album zu Hause mit Logic Pro produziert).

Ästhetik: Der elektronische Sound wird zur Schau gestellt, nicht versteckt; reduzierte Arrangements, in denen jedes Element eine Funktion hat; starke Kontraste zwischen fast leeren Strophen und Refrains oder „Drops“, die auf einem Synth- oder Bass-Riff statt auf einem vollen gesungenen Refrain beruhen.

Tonleitern und Tonarten

Natürliches Moll (Äolisch)

  • Formel: 1 2 b3 4 5 b6 b7 (T S T T S T T). In D: D E F G A Bb C.
  • Charakteristischer Ton: b6 (Bb): dunkel, sinnlich.
  • Akkorde: i Dm – ii° Edim – III F – iv Gm – v Am – VI Bb – VII C.
  • Einsatz: Loop i–VI–III–VII, 808-Bässe auf Grundton und b6.
  • Beispiel: Lady Gaga — Poker Face (gis-Moll, Moll-Loop auf Synth-Bass).
  • Fehler: zu viele Akkorde verwenden: Moderner Electropop kommt mit 2–4 aus.

Phrygisch

  • Formel: 1 b2 b3 4 5 b6 b7 (S T T T S T T). In E: E F G A B C D.
  • Charakteristischer Ton: b2 (F): Bedrohung, Spannung, „dunkler“ Charakter.
  • Akkorde: i Em – bII F – bIII G – iv Am – v° Bdim – bVI C – bvii Dm.
  • Einsatz: Bass-Riffs, die die b2 berühren (E–F–E), geflüsterte Vokal-Hooks, angespannte Strophen.
  • Beispiel: Viele Songs von Billie Eilish und im Dark Pop nutzen die b2 als Farbton in den Basslinien; bad guy steht in g-Moll mit einer chromatischen Basslinie.
  • Fehler: in der Refrainmelodie auf der b2 beharren: Der Song klingt dadurch „orientalisch“ statt dunkel.

Harmonisch Moll und Bluesskala als Klangfarbe

  • Harmonisch Moll: 1 2 b3 4 5 b6 7, in A: A B C D E F G#. Der Dur-V-Akkord (E) für Spannung und „finstere“ Basslinien (b6–7–1: F–G#–A).
  • Blues: 1 b3 4 b5 5 b7, in G: G Bb C Db D F. Die b5 für „dreckige“ Bass-Riffs.

Mixolydisch

  • Formel: 1 2 3 4 5 6 b7 (T T S T T S T). In D: D E F# G A B C.
  • Charakteristischer Ton: b7 (C): entspanntes, „cooles“ Dur.
  • Akkorde: I D – ii Em – iii° F#dim – IV G – v Am – vi Bm – bVII C.
  • Beispiel: Lorde — Royals (D C G, I–bVII–IV).
  • Fehler: A-Dur (V) einzusetzen zerstört die Klangfarbe.

Dur (Ionisch)

Für leuchtenden Electropop (Robyn, Carly Rae Jepsen, Charli XCX in ihren poppigeren Songs): 1 2 3 4 5 6 7, in A: A B C# D E F# G#; Verläufe IV–V–vi–I.

Wie man wählt

KlangfarbeSkalaErkennungsmerkmal
Nächtlich, sinnlichÄolischi–VI–III–VII
BedrohlichPhrygischi–bII
„Cooles“ DurMixolydischI–bVII–IV
EuphorischIonischIV–V–vi–I

Leg die Skala anhand des Bass-Riffs fest: Im Electropop ist er oft der Haupt-Hook und bestimmt den Modus.

Harmonik

Funktion

Minimale Harmonik: Loops aus 2 oder 4 Akkorden, oft durch Bass und Melodie nur angedeutet, ohne Pads. Der Bass hält häufig einen Orgelpunkt oder ein Riff, während sich die Akkorde (falls vorhanden) darüber ändern. Die Spannung entsteht durch Subtraktion (im Pre-Chorus nehme ich die Akkorde weg und lasse nur Stimme und Bass) und durch Klangfarbe (Filter, Verzerrung) mehr als durch Kadenzen.

Typische Techniken

  • Riff statt Akkorde: Der Drop oder der Refrain ist ein Synth- oder Bass-Riff (Poker Face, bad guy).
  • Ein-Ton-Akkorde: Powerchords, Quinten, Akkorde ohne Terz für einen „elektronischen“, mehrdeutigen Klang.
  • Chromatik im Bass: Halbtonschritte zwischen den Stufen (b6–5, b2–1).
  • Langsamer harmonischer Rhythmus: ein Akkord alle 2 Takte im Alternative-Pop.
  • Moduswechsel pro Abschnitt: Moll in der Strophe, Refrain in der Dur-Parallele.

Voicing

Akkorde im mittleren Register mit wenigen Tönen (2–3); unterstützende Pads sehr leise; kurze, synkopierte Stabs in Dance-Songs.

Typische Akkordfolgen

NameTonartAkkordeStufenSo setzt du es ein
Moll-Loopd-MollDm Bb F Ci VI III VIIGrundlage des nächtlichen Electropop; das VII-Dur startet ohne Kadenz neu.
Zwei minimale Akkordee-MollEm Ci VIZwei Akkorde genügen: Das Interesse liegt im Beat, im Bass und in der Stimme (Alternative-Pop).
Electro-DurAs-DurAb Fm Db EbI vi IV VElektronischer Doo-Wop-Verlauf für leuchtende Dance-Songs.
Angespanntes PhrygischE-PhrygischEm F Em Di bII i bVIIDas Pendeln mit dem bII erzeugt eine bedrohliche Strophe.
Cooles MixolydischD-DurD C G GI bVII IV IVDer Verlauf von Royals: Sub und Stimme genügen, das bVII gibt eine entspannte Farbe.
Orgelpunkt mit Akkorden darüberg-MollGm Eb/G F/G Gmi VI/i VII/i iDer Bass bleibt auf G (oft eine lange 808), und die Akkorde darüber wechseln: Spannung ohne Bewegung.
Moll mit Dur-Va-MollAm F G Ei VI VII VDas E-Dur aus harmonisch Moll gibt dem letzten Takt des Pre-Chorus eine dramatische Farbe.
Parallele für den RefrainC-DurAm F C G C G Am Fvi IV I V → I V vi IVGleiches Material, verschobenes Zentrum: Der Refrain „öffnet sich“.

Rhythmus und Groove

Zwei Haupt-Feels. Dance-Electropop (2008–2012): Four-on-the-floor oder Electro-Pattern (Bassdrum auf 1, „2 und“, 3), trockener Clap auf 2 und 4, Hi-Hat in Sechzehnteln, Swing 0–10 %. Minimaler/alternativer Electropop (2013–heute): Halbtempo oder synkopierte Pattern mit viel Raum, lange 808s, Fingerschnipser, Claps und gefundene Percussion; die Snare manchmal auf der 3; leichter Swing (52–56 %) auf den kleinen Percussion-Elementen.

Die Synkope liegt in Bass und Stimme; die Pausen (ganze Takte ohne Schlagzeug) sind ein rhythmisches Mittel. Viele Songs nutzen plötzliche Stopps vor dem Drop und Feel-Wechsel zwischen Strophe und Refrain.

Schlagzeug

Bassdrum

Dance: auf jedem Viertel (Step 1, 5, 9, 13), kurz und punchy. Minimal: synkopiert (1, 4, 11 in Sechzehnteln), manchmal durch eine 808 mit knackigem Attack ersetzt. Klang: kurz (150–250 ms), Click bei 3–5 kHz.

Snare, Clap, Snap

Trockener Clap (keine Snare) auf 2 und 4 oder Fingerschnipser; im Alternative-Pop Snare auf der 3 (Halbtempo) oder Rimshot. Layer: Clap + Snap + Rauschen (Papier, Foley). Ghost Notes selten, ersetzt durch kleine Percussion.

Hi-Hat und Percussion

Hi-Hat in Sechzehnteln mit Offbeat-Akzenten im Dance; im Minimal-Stil spärliche (Achtel) oder fehlende Hi-Hats, ersetzt durch Shaker, Clicks, Mundgeräusche, Metronom-„Ticks“. Gefundene Percussion (Handyaufnahmen, Objekte, Foley) ist Teil des Sounds (bad guy nutzt aufgenommene Geräusche von Objekten und Stimmen).

Zusammenspiel mit Bass und Stimme

Der Bass ist oft die Bassdrum (808 + Click). Die Stimme, sehr nah, besetzt die Mitte: Das Schlagzeug lässt den Bereich zwischen 1 und 4 kHz frei.

Pro Abschnitt

Strophe: fast nichts (Bass + Click); Pre-Chorus: alles weglassen oder filtern; Refrain/Drop: Bassdrum und Riff setzen ein; Bridge: Feel-Wechsel (Halbtempo, völlig anderer Beat).

Fills und Übergänge

Wenige gespielte Fills; häufiger Noise-Riser, „Reverse Vocal“, Halbtakt-Stopps, Glitch (Stutter von Stimme oder Beat), Pitch-down des Beats.

Sounds

Trockene, kurze Samples, oft gesättigt; gestimmte Bassdrum und 808; Claps mit kurzem Ausklang.

Typische Fehler

Den Raum füllen: Minimaler Electropop lebt von Leerstellen. Durchgehende Sechzehntel-Hi-Hats, die den Groove plattdrücken. Claps mit zu viel Hall.

Bass

  • Klang: gesättigter oder verzerrter Synth (gefilterte Saw, Square), 808 mit Verzerrung (Alternative-Pop), „fizzy“ Electro-House-Bass der 2000er. Zwei Layer: sauberer Sub + verzerrte Mitten.
  • Register: Sub 40–60 Hz, Mitten 200 Hz–1 kHz, die man auch auf dem Handy hört.
  • Verhältnis zur Bassdrum: dezenter Sidechain (2–4 dB) im Dance; im Minimal-Stil sind Bassdrum und 808 dasselbe Ereignis, oder die Bassdrum hat nur den Click.
  • Töne: Grundton und Oktave, synkopierte Riffs, Chromatik (b6–5, b2–1), 808-Slides in Oktave oder Quinte.
  • Beispiele: Lady Gaga — Poker Face (repetierter Synth-Bass); Billie Eilish — bad guy (synkopiertes Synth-Bass-Riff, das der Hook ist); Lorde — Royals (Sub unter Stimme und Fingerschnipsern).

Harmonieinstrumente

  • Saw- und Square-Synths mit Filter: Stabs, Plucks, gesidechainte Akkord-Stabs.
  • Minimale Pads in niedriger Lautstärke, oft nur ein gehaltener Akkord.
  • Klavier (Lorde, Billie Eilish in den Balladen) als einziges harmonisches Instrument.
  • Orgel und gesampelte Stimmen als Pads.
  • Gitarre selten, gefiltert oder gesampelt.

Voicings mit 2–3 Tönen im mittleren Register; volle Akkorde bleiben dem Refrain vorbehalten.

Melodie und Gesang

  • Melodie: kurze, wiederholte Hooks, oft sprechgesungen; Strophen im tiefen Register und geflüstert, Refrain höher oder umgekehrt ein Refrain ohne Gesang (instrumentaler Drop).
  • Stimmen: Leadstimme sehr nah am Mikrofon (Nahbesprechungseffekt, hörbare Atmer), enge oder geflüsterte Doubles, sehr enge Terz- und Quintharmonien im Alternative-Pop (Billie Eilish schichtet viele Harmonien); ironische Gang Vocals.
  • Ad-libs: kurz, gepitcht, mit Effekten.
  • Effekte: Auto-Tune als Effekt (schnelles Retune), Pitch-Shift um eine Oktave („Chipmunk“- oder dämonische Stimmen), Formant-Shift, Verzerrung, Telefonfilter, Delay auf 1/8 oder 1/4, kurze oder fehlende Hallräume in den Strophen.

Instrumente

Solostimme und Chor, Drum Machine und Samples (808, 909, Foley), Synth-Bass und 808, Synths (Saw, Square, Pluck, Stab), Klavier, Orgel, Vocal Chops, FX (Riser, Glitch, Noise, Reverse).

Drum-Patterns

Synthesizer und Sounds

  • Korg MS-20 V — Verzerrte Bässe und Leads: HP/LP-Filter mit aggressiver Resonanz, ideal für „fizzy“ Bässe und schreiende Leads; nutze die Filterverzerrung des Hochpasses.
  • Mini V — Synth-Bass: Saw + Square, Filter mit schneller Hüllkurve für saubere und kraftvolle Electropop-Bässe.
  • Jun-6 V — Pad und Square: Square mit PWM und Chorus für minimale Pads und Arpeggios.
  • Prophet-5 V — Stab und Pluck: Kurze, klar definierte Akkorde für Dance-Songs.
  • ARP 2600 V — Bässe, FX und synthetische Percussion: Geräusche, Sweeps und synthetische Percussion für experimentellen Pop.
  • Piano V — Klavier: Electro-Pop-Balladen (Lorde, Billie Eilish): intimes Klavier, nah mikrofoniert.
  • Vocoder V — Roboterstimmen: Hooks und „Electro“-Chöre.

Songaufbau

AbschnittTakteWas kommt/geht
Intro2–8Riff oder Stimme allein; beim Streaming setzt oft sofort die Stimme ein
Strophe 18–16Bass, Click/Fingerschnipser, nahe Stimme
Pre-Chorus4–8Bass wird weggenommen oder gefiltert, Stimme höher
Refrain / Drop8Bassdrum, Synth-/Bass-Riff; manchmal instrumentaler Drop
Strophe 28+ Percussion
Pre + Refrain4–8 + 8
Bridge / Beat-Wechsel8–16Neuer Beat (Halbtempo, anderes Tempo), oft überraschend (bad guy wechselt im Finale komplett)
Schlussrefrain / Outro8Rückkehr oder trockener Abschluss

Dauer oft 2:30–3:15.

Mixing und Mastering

Klangziel

Starke Kontraste und Raum: Stimme ganz nah und präsent, tiefer Sub, wenig Füllung in den Mitten. Im Dance-Electropop: kraftvolles Fundament, brillante Synths, konstante Energie. Referenzen: Billie Eilish — bad guy, Lorde — Royals, Lady Gaga — Poker Face, Robyn — Dancing on My Own, Charli XCX — Boom Clap.

Bassdrum

  • EQ: HP 30 Hz; +2 dB bei 50–60 Hz; −3 dB bei 300 Hz; Click +3 dB bei 4–5 kHz.
  • Kompression/Clipping: Clipper, um den Transienten zu definieren; Transient Shaper +Attack.
  • Raum: trocken. Pan: Mitte.

Clap, Snap, Snare

  • EQ: HP 200 Hz; +2 dB bei 1–2 kHz für den Schnipp; −2 dB bei 500 Hz.
  • Kompression: schneller FET 3–5 dB oder keine.
  • Raum: sehr kurzer Raum oder keiner; längerer Hall nur als automatisierter Effekt.
  • Pan: Snaps und Foley seitlich verschoben (20–50 %), um Raum um die Stimme zu schaffen.

Hi-Hat und gefundene Percussion

  • EQ: HP 300–500 Hz; Resonanzen der Foley-Sounds ausschneiden (hohes Q).
  • Pan: verstreut (30–80 %); Panning für „Bewegung“ nutzen.
  • Sättigung: Bitcrusher oder leichte Verzerrung für Charakter.

Bass / 808

  • EQ: HP 25–30 Hz; Sub 40–60 Hz; Präsenz 700 Hz–1,5 kHz.
  • Kompression: Opto 3–4 dB; Clipper auf der 808.
  • Sättigung: unverzichtbar: Verzerrung oder Sättigung auf dem Mitten-Layer (Decapitator, Saturn, Fruity Blood Overdrive), sauberer Sub unter 100 Hz.
  • Stereo: Mono unter 150 Hz.
  • Sidechain: von der Bassdrum 2–4 dB im Dance; im Minimal-Stil vermeiden, wenn 808 und Bassdrum ein einziges Ereignis sind.

Synth, Stabs, Klavier

  • EQ: HP 150–250 Hz; dynamischer Dip bei 2–4 kHz von der Stimme aus.
  • Sättigung: parallele Verzerrung auf den Leads.
  • Raum: kurzer Hall oder Plate; Ping-Pong-Delay 1/8 auf den Plucks.
  • Stereo: breit, wenn sekundär, schmal, wenn sie der Hook sind.

Stimme

  • EQ: HP 80–100 Hz; der „Proximity-Effekt“ wird mit einem Cut bei 150–250 Hz gebändigt; Präsenz +2/+3 dB bei 3–5 kHz; Air +3 dB bei 12 kHz.
  • Kompression: stark (10–12 dB insgesamt in Serie: 1176 + LA-2A), damit Flüstern und volle Stimme gleich laut sind; De-Esser 6–8 kHz mit Vorsicht (Geflüstertes hat viele S-Laute).
  • Sättigung: leicht für Dichte.
  • Raum: Strophen fast trocken (sehr kurzer Raum, 0,3–0,5 s), Refrain mit Plate und Delay; Throw-Delay auf 1/4.
  • Kreative Effekte: Pitch- und Formant-Shift, parallele Verzerrung, Telefonfilter in den Strophen.

Chöre und Harmonien

Enge, stark komprimierte Harmonien, fächerförmig gepannt (z. B. 3 Stimmen L 40 % / C / R 40 %), leise: Sie sollen wie eine einzige „breite“ Stimme wirken.

FX

Glitch, Stutter, Reverse: auf einem FX-Bus mit HP bei 200 Hz.

Busse und Gruppen

Drum-Bus mit Clipper (1–2 dB); Vocal-Bus mit Kompression 2 dB und Sättigung; Musik-Bus fast nicht vorhanden (wenige Elemente).

Sidechain

Pads und Synths von der Bassdrum 2–4 dB im Dance; von der Stimme (1–3 dB bei 2–4 kHz) im Minimal-Stil.

Master

  • Kette: EQ → Clipper → Limiter (oft leisten Clipper und Limiter den Großteil der Arbeit).
  • Ziel: Dance −8/−6 LUFS; Alternative-Minimal −10/−8 LUFS (bad guy klingt laut, aber dank des Raums mit viel wahrgenommener Dynamik).
  • True Peak: ≤ −1 dBTP.
  • Dynamik: PLR 8–11 dB.

Häufige Fehler

  • 808 ohne Sättigung: verschwindet auf kleinen Lautsprechern.
  • Geflüsterte Stimme nicht stark genug komprimiert: geht in den Strophen unter.
  • Zu viele Elemente: zerstört die „Leere“, die für Wucht sorgt.
  • Lange Hallräume auf allem: Moderner Electropop ist trocken.

Referenztitel für den Mix

Billie Eilish — bad guy (2019); Lorde — Royals (2013); Lady Gaga — Poker Face (2008); Robyn — Dancing on My Own (2010); Charli XCX — Boom Clap (2014).

Referenz-Hörbeispiele

  • Lady Gaga — Poker Face (2008)
  • La Roux — Bulletproof (2009)
  • Robyn — Dancing on My Own (2010)
  • Grimes — Oblivion (2012)
  • Lorde — Royals (2013)
  • Charli XCX — Boom Clap (2014)
  • Halsey — Gasoline (2015)
  • Billie Eilish — bad guy (2019)
  • Troye Sivan — Rush (2023)

Quellen

Weitere Genres: Pop