Struktur
Drei kleine Terzen übereinander: Gis°7 = Gis H D F. Er ist symmetrisch: Teilt man die Oktave in vier gleiche Teile, gibt es nur drei verschiedene verminderte Septakkorde. Gis°7, H°7, D°7 und F°7 haben dieselben Töne.
Dominantfunktion
- In a-Moll: Gis°7 → Am (vii°7). Gis steigt nach A, F fällt nach E, H und D laufen auf C oder A zusammen.
- In C-Dur (entlehnt): H°7 (H D F Ab) → C. Das Ab fällt nach G.
Er enthält zwei Tritoni (Gis–D und H–F): Er ist gespannter als der Dominantseptakkord, der nur einen enthält. Er entspricht einem V7b9 ohne Grundton (E7b9 ohne E = Gis°7).
Enharmonische Modulation
Da jeder Ton als Leitton gelesen werden kann, kann derselbe Akkord auf vier Tonika auflösen: Gis°7 → A(m), H°7 → C(m), D°7 → Es(m), Eis°7 (= F) → Fis(m). Es ist der schnellste Weg, in eine entfernte Tonart zu springen.
Verminderte Durchgangsakkorde (Berklee-Pattern)
- Aufsteigend: C – Cis°7 – Dm7 (Cis°7 entspricht A7b9 ohne Grundton, also V/ii).
- Absteigend: Em7 – Es°7 – Dm7.
- Über gemeinsamem Ton: C – C°7 – C (schmückt die Tonika ohne Dominantfunktion).
In Pop und Produktion
Verminderte Arpeggien in Pre-Drops, in Actionfilmen und im Metal; im Gospel sind verminderte Durchgangsakkorde überall.
Beispiel aus der Praxis
Der Beginn der „Toccata und Fuge in d-Moll“ BWV 565 (Bach zugeschrieben) gipfelt in einem Arpeggio des verminderten Septakkords über der Tonika: vielleicht der berühmteste verminderte Akkord der Geschichte und der Ursprung des Klischees „Schurken-Orgel“.