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Übermäßige Sextakkorde (italienisch, französisch, deutsch)

Das Prinzip

Es sind chromatische Predominanten, die das Intervall der übermäßigen Sexte zwischen der erniedrigten 6. Stufe (im Bass) und der erhöhten 4. Stufe enthalten. Die beiden Töne weiten sich um Halbtöne bis zur Oktave auf der Dominante.

In a-Moll (Dominante E)

  • Italienisch (It+6): F A Dis. F fällt nach E, Dis steigt nach E.
  • Französisch (Fr+6): F A H Dis. Enthält zwei große Terzen im Tritonusabstand übereinander: „impressionistischer“ Klang.
  • Deutsch (Ger+6): F A C Dis. Klingt wie F7 (Dis = Es).

In C-Dur (Dominante G)

  • It+6: Ab C Fis
  • Fr+6: Ab C D Fis
  • Ger+6: Ab C Eb Fis

Alle gehen auf G oder auf C/G (kadenzierender 6/4) – G7 – C. Der deutsche geht bevorzugt auf C/G: Würde er direkt nach G gehen, bildeten Ab–Eb → G–D Quintparallelen (die sogenannten „Mozart-Quinten“, in bestimmten Kontexten toleriert).

Verbindung zum Jazz

Der deutsche in C (Ab C Eb Fis) ist enharmonisch Ab7: Es ist derselbe Akkord wie die Tritonussubstitution von D7 (V/V), der nach G geht. Gleicher Klang, verschiedene Namen: In einem Kontext heißt er übermäßiger Sextakkord, im anderen bVI7 oder subV/V.

Kompositorische Verwendung

  • Vor der Rückkehr eines Themas oder eines Drops: Er vergrößert die Dominante.
  • In Chören: Die beiden Außenstimmen, die sich um Halbtöne weiten, sind leicht zu singen und sehr wirkungsvoll.

Beispiel aus der Praxis

Das Thema des „Pink Panther“ (Henry Mancini, 1963) und die Ouvertüre zu „Wilhelm Tell“ von Rossini werden als Beispiele für den deutschen Sextakkord genannt; der erste Satz von Beethovens Fünfter enthält einen italienischen Sextakkord.

Quellen

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