Wie er aufgebaut ist
Ordne die zwölf Durtonarten im Abstand einer reinen Quinte an: C – G – D – A – E – H – Fis (= Ges) – Des – As – Es – B – F – C. Im Uhrzeigersinn kommt pro Schritt ein Kreuz hinzu, gegen den Uhrzeigersinn ein B.
- Reihenfolge der Kreuze: Fis Cis Gis Dis Ais Eis His.
- Reihenfolge der Bs: B Es As Des Ges Ces Fes (dieselbe rückwärts).
Jedes Dur hat seine Paralleltonart in Moll drei Halbtöne tiefer: C/a, G/e, D/h, F/d, B/g …
Nahe verwandte Tonarten
Die nächsten Tonarten zu C-Dur sind die mit einem Vorzeichen Unterschied und ihre Parallelen: G, F, a, e, d. Sie entsprechen den diatonischen Dur- und Mollakkorden von C (V, IV, vi, iii, ii): Deshalb klingen Modulationen zu ihnen natürlich und solche nach As oder E „entfernt“.
Der Zirkel als harmonische Bewegung
Die Grundtonbewegung im Quintfall (gegen den Uhrzeigersinn) ist die stärkste der Tonart. In C:
- Em7 – Am7 – Dm7 – G7 – Cmaj7 (iii vi ii V I)
In a-Moll die vollständige diatonische Folge: Am – Dm – G – C – F – Hm7b5 – E7 – Am (i iv VII III VI iiø V i). Beachte den Übergang F → Hm7b5: Um in der Tonleiter zu bleiben, wird die Quinte F–H zu einer übermäßigen Quarte.
Praktische Verwendung
- Im Handumdrehen die Akkorde einer Tonart und ihre Zwischendominanten finden (die Dominante jedes Akkords ist der Nachbar im Uhrzeigersinn).
- Modulationen planen: ein Schritt = sanfte Modulation; Sprünge von drei oder mehr Schritten = deutlicher Farbwechsel.
- Das ii–V–I verstehen: Es sind drei aufeinanderfolgende Schritte des Zirkels.
Beispiel aus der Praxis
„Fly Me to the Moon“ (Bart Howard, durch Sinatra 1964 berühmt geworden), in der Fake-Book-Version in a-Moll/C-Dur: Am7 Dm7 G7 Cmaj7 Fmaj7 Hm7b5 E7 Am. Es ist der Quintenzirkel, fast vollständig durchlaufen.