Das Prinzip
Zwei Dominantseptakkorde im Tritonusabstand haben denselben Tritonus zwischen Terz und Septime.
- G7 = G H D F (Tritonus H–F)
- Db7 = Db F Ab Cb (Cb = H: derselbe Tritonus F–H)
Deshalb kann Db7 das G7 ersetzen und nach C auflösen: Es heißt subV7 oder bII7.
Wirkung
- Der Bass fällt um einen Halbton: Dm7 – Db7 – Cmaj7 statt Dm7 – G7 – Cmaj7. Chromatische Linie D–Db–C, sehr weich.
- Im Vergleich zu G sind die Töne von Db7 b5, 7, b9 und 3: Es entspricht einem alterierten G7 (b5, b9).
Wo man sie anwendet
- Auf dem primären V: Dm7 Db7 C.
- Auf Zwischendominanten: A7 → Dm wird zu Eb7 → Dm; D7 → G wird zu Ab7 → G.
- Mit ihrem zugehörigen ii: Abm7 – Db7 – C.
- Ketten: E7 A7 D7 G7 → E7 Eb7 D7 Db7 C (chromatisch absteigender Bass).
Hinweise
- Die Melodie muss kompatibel sein: Ein G in der Melodie über Db7 ist die #11, in Ordnung; ein D (b9 von Db) ist schrill.
- In einem Pop-Kontext klingt die Tritonussubstitution sofort „jazzig“: Setze sie mit Absicht ein (Ende eines Bridges, letzte Kadenz).
Brücke zur klassischen Theorie
Ab7 → G in C ist enharmonisch ein übermäßiger Sextakkord (deutsch) (Ab C Eb F#): derselbe Klang, den die Klassiker vor der Dominante verwendeten.
Beispiel aus der Praxis
Im A-Teil von „The Girl from Ipanema“ (Jobim, 1962), in F: Fmaj7 – G7 – Gm7 – Gb7 – Fmaj7. Das Gb7 ersetzt C7, die Dominante von F, und der Bass fällt G–Gb–F.