HarmonielehreFortgeschritten2 Min. Lesezeit

Das ii–V–I des Jazz

Die Formel

  • Dur: Dm7 – G7 – Cmaj7 (ii7 – V7 – Imaj7).
  • Moll: Hm7b5 – E7(b9) – Am6 oder Am(maj7) (iiø7 – V7b9 – i).

Es ist der Quintenzirkel im Kleinen und die Grundzelle der Jazzstandards.

Guide Tones

  • Dm7: F (3) und C (7). G7: H (3) und F (7). Cmaj7: E (3) und H (7).
  • Linie 1: C → H → H. Linie 2: F → F → E.

Es genügt, diese beiden Töne zu spielen, um die ganze Progression zu hören: Die Septime eines Akkords fällt um einen Halbton und wird zur Terz des nächsten.

Voicings ohne Grundton (Klavier)

  • Dm9: F A C E
  • G13: F A H E
  • Cmaj9: E G H D

Von Dm9 zu G13 bewegt sich nur C → H; von G13 zu Cmaj9 fallen F → E, A → G und E → D, während H liegen bleibt: fast perfekte Stimmführung.

Variationen

  • ii–V in Kette: Em7 A7 | Dm7 G7 | C.
  • Backdoor-ii–V: Fm7 – Bb7 – C (aus dem modalen Austausch).
  • ii–V mit Tritonussubstitution: Dm7 – Db7 – C.
  • ii–V zum ii: C – Em7b5 A7 – Dm7.

Warum man es auch für den Pop lernen sollte

Das ii–V ist überall in R&B, Neo-Soul, City Pop und K-Pop: Dm9 – G13sus – Cmaj9 ist eine „elegante“ Kadenz, die sofort einsatzbereit ist. Sie in allen Tonarten spielen zu können, ist ein Training für Ohr und Hand.

Beispiel aus der Praxis

„Autumn Leaves“ (Kosma, Standardversion in g-Moll): Cm7 F7 Bbmaj7 Ebmaj7 | Am7b5 D7 Gm6. In denselben acht Takten stehen ein Dur-ii–V–I (nach Bb) und ein Moll-ii–V–I (nach Gm).

Quellen

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