Zweck
Das Mastering macht den Mix stimmig, konkurrenzfähig und auf jedem Wiedergabesystem verlässlich und bereitet ihn für die Veröffentlichung vor. Es repariert keinen fehlerhaften Mix: Ist ein Problem gravierend, geht man zurück zum Mix.
Typische Kette
- Hören und Referenzen bei gleicher Lautheit.
- Korrektiver EQ: Resonanzen, Überschuss bei 200–400 Hz, Härte bei 2–4 kHz.
- Dynamischer oder Multiband-EQ für zeitweise Probleme (Zischlaute, 808, die auf bestimmten Noten dröhnt).
- Leichte Buskompression: 2:1, Attack 30 ms, automatisches Release, 1–2 dB.
- Sanfte Sättigung für Dichte.
- Mid/Side: Bässe mono unter 100–150 Hz, eventuell Öffnung der Höhen auf den Seiten.
- Limiter mit Ceiling −1 dBTP.
- Dither nur, wenn die Bittiefe reduziert wird (z. B. auf 16 Bit).
Messwerte im Blick
LUFS Integrated und Short-term, True Peak, LRA, Phasenkorrelation, Spektrum (vor allem unter 100 Hz).
Übertragbarkeit
Höre auf: Kopfhörern, Ohrhörern, Handy (mono und ohne Sub), Auto, Club-Anlage oder Monitoren mit Sub. Der Bass muss auch dort existieren, wo der Grundton nicht ankommt (Obertöne der 808).
Lieferung
WAV 24 Bit (44,1 oder 48 kHz), Namen und Reihenfolge der Stücke, ISRC-Codes, Pausen zwischen den Tracks bei einem Album; eventuelle Instrumental- und A-cappella-Versionen.
Beispiel
Trap-Album in a-Moll: gleicher Kettentyp für alle Stücke, Lautheit zwischen den Tracks auf ±1 LU angeglichen, Intro und Interludes dynamischer belassen.
Beispiel aus der Praxis
„Random Access Memories“ von Daft Punk (2013), gemastert von Bob Ludwig, wurde auch für die im Vergleich zu den Standards des „Loudness War“ erhaltene Dynamik geschätzt: eine Referenz für alle, die ein lautes, aber atmendes Master wollen.