Charakter des Mixes
Akustisches Schlagzeug, E-Bass, Gitarren (oft gedoppelt) und Stimme. Der Sound entsteht durch Aufnahme und Arrangement: Im Mix sucht man die Energie einer Band, die in einem Raum spielt, mit kraftvollem Schlagzeug, breiten Gitarren und einer präsenten Stimme, die aber in der Band sitzt. Klassischer Rock (Siebzigerjahre) ist natürlicher und dynamischer; moderner Rock hat mit Samples verstärkte Drums, geschichtete Gitarren und höhere Lautheit.
Typische Balance
| Element | Pegel im Verhältnis zum Mix |
|---|---|
| Stimme | −5/−7 LU |
| Gitarren (gesamt) | −4/−5 LU |
| Snare | −7/−9 LU |
| Kick | −9/−11 LU |
| Bass | −8/−10 LU |
| Overheads und Room | −10/−13 LU |
EQ
- Kick: 60–80 Hz (oder 80–100, wenn der Bass darunter liegt), Beater 3–5 kHz; Absenkung bei 300–500 Hz.
- Bass: 80–120 Hz, Mitten 700 Hz–1,5 kHz, damit man ihn unter den Gitarren hört.
- Snare: Körper 180–250 Hz, Crack 3–5 kHz; das Ringing wird mit schmalen Absenkungen kontrolliert.
- Gitarren: HP 80–120 Hz, LP 10–12 kHz, Absenkung bei 300–500 Hz, Aushöhlung 1–3 dB bei 2–4 kHz (auch dynamisch von der Stimme).
- Stimme: HP 80–100 Hz, Präsenz 2–5 kHz, Sättigung.
Dynamik
- Drum-Bus: Parallelkompression mit 10–15 dB Reduktion, zu 20–40 % beigemischt, + Glue 2–4 dB.
- Room: FET mit allen gedrückten Ratio-Tasten („All Buttons“) parallel für Explosivität.
- Bass: 4–6 dB (Opto + FET).
- Stimme: FET + Opto, 6–10 dB.
- Mix-Bus: Glue 2–3 dB.
Räumlichkeit
- Doppelte Gitarren zu 100 % L/R; Stimme, Bass, Kick, Snare in der Mitte.
- Stereo-Schlagzeug mit konsistenter Perspektive (Schlagzeuger oder Publikum).
- Stimme mit Plate oder Slapback (80–140 ms); kurze Hallräume auf den Drums zusätzlich zu den Rooms.
Layering
- Gitarren: 2–4 Rhythmus-Takes mit verschiedenen Verstärkern; Soli in der Mitte oder leicht außermittig.
- Kick und Snare: Mikrofone + Samples phasengleich ausgerichtet.
- Kick In/Out ausgerichtet (siehe „Phasen- und Polaritätsabgleich“).
Referenz-Lautheit
Moderner Rock −10/−8 LUFS; klassischer, remasterter Rock −12/−10 LUFS. True Peak −1 dBTP, Crest-Faktor 7–10 dB.
Referenztitel
AC/DC „Back in Black“, Foo Fighters „Everlong“, Queens of the Stone Age „No One Knows“, Arctic Monkeys „R U Mine?“, Royal Blood „Figure It Out“.
Vergleiche bei gleicher Lautstärke: wie laut die Snare im Verhältnis zur Stimme ist, wie breit die Gitarren sind, wie viel Room man hört.
Häufige Fehler
- Die Stimme anheben, statt in den Gitarren Platz auszuhöhlen.
- Gitarren mit zu vielen Bässen: Bass und Kick gehen verloren.
- Zu stark limitierte Drums: Sie verlieren den Punch.
- Inkonsistente Schlagzeugperspektive zwischen Overheads und Toms.
Ausgangseinstellungen
| Parameter | Wert | Warum |
|---|---|---|
| Gitarren | Gedoppelt 100 % L/R, HP 80–120 Hz | Klangwand und Platz für den Bass. |
| Drum-Bus | Parallel 10–15 dB zu 20–40 % + Glue 2–4 dB | Kraft und Körper. |
| Room | FET All Buttons parallel | Energie und Explosivität. |
| Stimme | 6–10 dB, Plate oder Slapback | Präsent innerhalb der Band. |
| Master-Lautheit | −10/−8 LUFS | Wucht, ohne die Transienten zu verlieren. |
Frequenzen im Blick
| Bereich | Was zu tun ist |
|---|---|
| 60–120 Hz | Kick und Bass: Trennung nach Frequenz und Ausrichtung. |
| 200–400 Hz | Matsch von Gitarren, Toms und Room: breite Absenkung von 2–3 dB. |
| 700 Hz–1,5 kHz | Hörbarkeit des Basses unter den Gitarren. |
| 2–5 kHz | Gitarren und Stimme konkurrieren: in den Gitarren aushöhlen. |
| 8–12 kHz | Becken und Air: brillant, aber nicht schneidend. |
Beispiel-Signalkette
| Schritt | Werkzeug | Einstellungen | Warum |
|---|---|---|---|
| Drums | Ausrichtung → EQ → Bus → Parallele + komprimierte Rooms | 2–4 dB + parallel | Kraft. |
| Bass | DI + Amp ausgerichtet → Opto → FET | 4–6 dB | Gleichmäßige Noten. |
| Gitarren | Bus → EQ → dynamischer EQ im Sidechain von der Stimme | −1/−3 dB bei 2–4 kHz | Wand mit Platz für die Stimme. |
| Stimme | EQ → FET → Opto → Sättigung → Plate/Slapback | 6–10 dB | Präsente Stimme. |
| Master | Glue → Limiter | −10/−8 LUFS | Pegel. |
So prüfst du das Ergebnis
- Korrelation des Mixes +0,2/+0,6 (breite Gitarren); unter 150 Hz über +0,9.
- Crest-Faktor des Masters 7–10 dB: unter 6 dB verlieren die Drums ihren Punch.
- Hochmitten-Band (2–4 kHz): Die Stimme muss in den gesungenen Passagen hervortreten.
- Tiefmitten-Band (250–500 Hz) nicht höher als die Bass-Band.