Charakter des Mixes
Dubstep: 140 BPM im Halftime-Feeling (Snare auf der 3 des 4/4-Taktes bei 140, also auf der 2 und der 4 bei 70 BPM). Zwei Schulen: der ursprüngliche britische Dubstep (Skream, Benga, Mala: tiefer Sub, Raum, Dub-Einfluss) und der US-amerikanische Brostep/Riddim (aggressive Mid-Bässe, Growl, Wobble, sehr dichte Drops). Der Mix dreht sich um drei Elemente: Sub, Mid-Bass und das Paar Kick/Snare.
Typische Balance (Drop)
| Element | Verhältnis zum Mix |
|---|---|
| Snare | −5/−7 LU |
| Kick | −7/−9 LU |
| Sub | −6/−8 LU |
| Mid-Bass | −5/−8 LU |
| Pads, FX, Gesang | −10/−14 LU |
Im britischen Dubstep ist der Sub lauter und der Mid-Bass zurückhaltender; im Brostep ist der Mid-Bass zusammen mit der Snare das dominante Element.
Umgang mit den Bässen
- Separater Sub (Sinus- oder Dreieckwelle) unter 80–100 Hz, Mono, gestimmt, konstanter Pegel zwischen den Noten.
- Mid-Bass mit Hochpass bei 80–150 Hz, Multiband-Verzerrung, FM, Resampling; Mono unter 200–300 Hz, breit darüber.
- Sidechain des Basses von Kick und Snare (3–6 dB) oder synchronisiertes Volume Shaping.
- Resonanzunterdrücker auf dem Mid-Bass: Growls erzeugen starke Resonanzen bei 1–4 kHz.
- OTT (Multiband-Upward-/Downward-Kompression) für Dichte; danach Clipper oder Bus-Limiter.
EQ
- Snare: Körper 180–250 Hz, Crack 2–5 kHz, oft mit Clap-Layer und kurzem Hall; die Snare muss durch die Wand des Mid-Basses schneiden.
- Kick: Punch 50–100 Hz, Klick 3–5 kHz; kurz.
- Mid-Bass: Absenkungen bei 300–500 Hz, wenn er verschmiert; Kontrolle bei 2–4 kHz, um nicht zu ermüden.
- Pads und FX: hohe Hochpässe (200–400 Hz) im Drop.
Dynamik
- Deutliches Clipping auf Schlagzeug und Bässen; der Master nutzt Clipper + Limiter, um sehr hohe Lautheit zu erreichen.
- Großer Kontrast zwischen Break (luftig, dynamisch) und Drop (dicht): Die Wirkung des Drops hängt auch vom leichteren Break ab.
Räumlichkeit
- Sub, Kick und Snare in der Mitte; Mid-Bass breit oberhalb von 300 Hz.
- Hallräume und Delays vor allem im Break und in den Übergängen; im Drop trocken.
- Britischer Dubstep: Delays und Hallräume im Dub-Stil (Spring, Tape Delay) auf Stabs und Snares.
Referenzlautheit
Brostep/Riddim −6/−4 LUFS (unter den lautesten Mastern); britischer Dubstep −9/−7 LUFS. True Peak −1/−0,3 dBTP.
Referenztracks
Skream „Midnight Request Line“, Burial „Archangel“ (UK, eher Garage), Skrillex „Scary Monsters and Nice Sprites“, Excision „X Rated“, Virtual Riot „Energy Drink“.
Häufige Fehler
- Sub und Mid-Bass im selben Sound: unkontrollierbares Low End.
- Snare im Drop vom Mid-Bass überdeckt.
- Breiter Mid-Bass auch in den Bässen.
- Drop und Break mit gleicher Lautheit: Der Drop verliert an Wirkung.
Ausgangseinstellungen
| Parameter | Wert | Warum |
|---|---|---|
| Sub | Unter 80–100 Hz, Mono | Sauberes Low End. |
| Mid-Bass | Hochpass 80–150 Hz, Mono unter 200–300 Hz | Trennung. |
| Sidechain Bässe | 3–6 dB von Kick und Snare | Hörbares Schlagzeug im Drop. |
| Snare | −5/−7 LU vom Mix | Schneidet durch die Bass-Wand. |
| Lautheit Brostep | −6/−4 LUFS | Genretypischer Pegel. |
| Lautheit UK-Dubstep | −9/−7 LUFS | Raum und Tiefe. |
Frequenzen im Blick
| Bereich | Was zu tun ist |
|---|---|
| 30–90 Hz | Separater Sub, Mono, konstanter Pegel. |
| 50–100 Hz | Punch der Kick: Sidechain des Subs. |
| 180–250 Hz | Körper der Snare: Platz frei vom Mid-Bass. |
| 300 Hz–4 kHz | Mid-Bass: Charakter; Resonanzkontrolle bei 1–4 kHz. |
Beispiel-Signalkette
| Schritt | Werkzeug | Einstellungen | Warum |
|---|---|---|---|
| Sub | Sinus-Synth → leichte Sättigung | Mono | Fundament. |
| Mid-Bass | Synth → Multiband-Verzerrung → OTT → Resonanzunterdrücker → EQ | Hochpass 80–150 Hz | Charakter. |
| Bass-Bus | Sidechain + Clipper | 3–6 dB | Zusammenhalt mit dem Schlagzeug. |
| Schlagzeug | Layer + Clipper | 2–4 dB | Wirkung. |
| Master | Clipper → Limiter | −6/−4 LUFS | Lautheit des Drops. |
So prüfst du das Ergebnis
- Bänder Sub und Bässe mit Side/Mid bei −25 dB oder weniger.
- Crest-Faktor des Masters 4–7 dB (UK-Dubstep 7–10 dB).
- Short-Term-Wert des Drops 4–8 LU über dem Break.
- Hochmitten-Band (2–4 kHz): keine schmalen Spitzen über 6 dB gegenüber den benachbarten Bändern (Resonanzen des Mid-Basses).