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Tonartvorzeichnungen: Reihenfolge, Lesen und parallele Tonarten

Definition

Die Tonartvorzeichnung ist die Gesamtheit der Kreuze oder Been, die direkt nach dem Schlüssel notiert werden. Sie gilt für alle Oktaven und das ganze Stück, bis sie sich ändert. Sie bezeichnet ein Paar paralleler Tonarten (eine Dur- und eine Molltonart), die dieselben Töne teilen.

Die Reihenfolge der Vorzeichen

  • Kreuze: Fis – Cis – Gis – Dis – Ais – Eis – His (F C G D A E H). Jedes Kreuz liegt eine Quinte über dem vorigen.
  • Been: B – Es – As – Des – Ges – Ces – Fes (B E A D G C F). Das ist die Reihenfolge der Kreuze rückwärts; jedes Be liegt eine Quinte unter dem vorigen.

Die Vorzeichen werden immer in dieser Reihenfolge hinzugefügt: Es gibt keine Vorzeichnung nur mit Cis.

Die Tonart finden

  • Kreuze: Das letzte Kreuz ist der Leitton der Durtonart: Gehe einen Halbton hinauf. Drei Kreuze (F# C# G#) → G# + Halbton = A-Dur.
  • Been: Das vorletzte Be ist der Durgrundton. Drei Been (Bb Eb Ab) → Es-Dur. Ein einziges Be = F-Dur (auswendig lernen).
  • Parallele Molltonart: Gehe von der Durtonika eine kleine Terz abwärts (A-Dur → fis-Moll; Es-Dur → c-Moll).
  • Um zu erkennen, ob ein Stück in Dur oder Moll steht, achte auf den ersten und letzten Akkord, den Schlusston der Melodie und das Vorkommen des erhöhten Leittons (in a-Moll erscheint G#, das nicht in der Vorzeichnung steht).

Vollständige Tabelle

VorzeichenDurParallele Molltonart
0Ca
1#Ge
2#Dh
3#Afis
4#Ecis
5#Hgis
6#Fisdis
7#Cisais
1bFd
2bBg
3bEsc
4bAsf
5bDesb
6bGeses
7bCesas

Enharmonische Paare: H = Ces, Fis = Ges, Cis = Des (und die parallelen Molltonarten).

Position im Notensystem

Im Violinschlüssel werden die Kreuze im Zickzack geschrieben: F5, C5, G5, D5, A4, E5, H4; die Been: H4, E5, A4, D5, G4, C5, F4. Im Bassschlüssel dieselben Positionen eine Oktave tiefer. Die Position ist fest: Eine falsch geschriebene Vorzeichnung (z. B. Fis im ersten Zwischenraum) gilt als Schreibfehler.

Die Vorzeichnung wechseln

Man wechselt die Vorzeichnung mit einem Doppelstrich; früher hob man die vorherigen Vorzeichen mit Auflösungszeichen auf, heute schreibt man oft nur die neue Vorzeichnung. In modalen oder atonalen Stücken verzichten viele Komponisten (Bartók, Strawinsky) auf die Vorzeichnung und schreiben nur Versetzungszeichen; bei den Modi verwenden manche die Vorzeichnung der Mutterskala (D-Dorisch ohne Vorzeichen), andere die der Tonika (d-Moll mit dem H als Versetzungszeichen). In der Pop- und Jazzpraxis ist die zweite Variante üblicher.

Theoretische Tonarten

Gis-Dur würde 8 Kreuze erfordern (Fisis plus die anderen sechs): Man schreibt As-Dur. Diese Tonarten erscheinen nur vorübergehend, in Modulationen, mit Versetzungszeichen geschrieben.

Beispiele in Stücken

  • „Let It Be“ (The Beatles): keine Vorzeichen, C-Dur.
  • „Someone Like You“ (Adele): A-Dur, 3 Kreuze.
  • „Clair de lune“ (Debussy): Des-Dur, 5 Been.
  • „Purple Rain“ (Prince): B-Dur, 2 Been.

Übung für Produzenten

  1. Nimm die Tonart deines letzten Projekts (Tunebat oder der Key-Detector deines DAW schätzen sie) und schreibe die richtige Vorzeichnung mit den Tönen der Skala auf.
  2. Sage die Reihenfolge der Kreuze und Been sowie den Quintenzirkel eine Woche lang täglich zwei Minuten auswendig auf.
  3. Aktiviere in FL Studio das „Scale Highlighting“ der Piano Roll (Helpers → Scale) auf die Tonart des Stücks: Es ist die visuelle Version der Vorzeichnung.

Verweise

Quintenzirkel und verwandte Tonarten; Vorzeichen; Enharmonik; Durskala und Molltonleitern.

Quellen

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