Die Familie
Flöten, Oboen, Klarinetten, Fagotte, dazu die Saxophone (die wegen der Tonerzeugung mit Rohrblatt zu den Holzbläsern zählen, obwohl sie aus Metall sind). Im Orchester hat die Standardgruppe „zu 2“ 2 Flöten, 2 Oboen, 2 Klarinetten, 2 Fagotte; „zu 3“ ergänzt Piccolo, Englischhorn, Bassklarinette, Kontrafagott.
Transponierende Instrumente: die Regel
Ein transponierendes Instrument liest einen Ton und erzeugt einen anderen. Der Name der Stimmung des Instruments (in B, in F, in Es) gibt den klingenden Ton an, der erklingt, wenn man ein C liest. Beispiel: Die Klarinette in B liest C4 und spielt B3 (eine große Sekunde tiefer): Damit sie ein klingendes C spielt, muss man D schreiben.
Tonumfänge (notiert → klingend)
| Instrument | Transposition | Notierter Umfang | Klingender Umfang |
|---|---|---|---|
| Piccolo | klingt eine Oktave höher | D4 – C7 | D5 – C8 |
| Flöte | in C | C4 (H3 mit H-Fuß) – C7 (D7) | gleich |
| Altflöte in G | klingt eine reine Quarte tiefer | C4 – C7 | G3 – G6 |
| Oboe | in C | B3 – A6 (G6 im Orchester) | gleich |
| Englischhorn in F | klingt eine reine Quinte tiefer | H3 – G6 | E3 – C6 |
| Kleine Klarinette in Es | klingt eine kleine Terz höher | E3 – C7 | G3 – Es7 |
| Klarinette in B | klingt eine große Sekunde tiefer | E3 – C7 | D3 – B6 |
| Klarinette in A | klingt eine kleine Terz tiefer | E3 – C7 | Cis3 – A6 |
| Bassklarinette in B | klingt eine große None tiefer (Violinschlüssel) | Es3 (oder C3) – G6 ungefähr | Des2 (oder B1) – F5 |
| Fagott | in C | B1 – E5 | gleich |
| Kontrafagott | klingt eine Oktave tiefer | B1 – F4 ungefähr | B0 – F3 |
| Sopransaxophon in B | große Sekunde tiefer | B3 – F6 | As3 – Es6 |
| Altsaxophon in Es | große Sexte tiefer | B3 – F6 | Des3 – As5 |
| Tenorsaxophon in B | große None tiefer | B3 – F6 | As2 – Es5 |
| Baritonsaxophon in Es | Oktave + große Sexte tiefer | B3 (A3) – F6 | Des2 (C2) – As4 |
Erfahrene Saxophonisten spielen auch im Überhöhe-Register (Altissimo) oberhalb des notierten F6.
Register und Charaktere
- Flöte: tief (C4–G4) weich und schwach, leicht zugedeckt; Mitte süß; hoch (über C6) brillant und durchdringend. Beweglich in schnellen Passagen und Trillern.
- Piccolo: der höchste Punkt des Orchesters; brillant, lässt die Tutti „glitzern“, wenn es die Violinen in der oberen Oktave verdoppelt.
- Oboe: nasaler und durchdringender Klang, sehr ausdrucksstark im mittleren Register (D4–D6). Sie ist auch über einem vollen Orchester zu hören.
- Englischhorn: melancholisch und pastoral (Dvořák, Sinfonie Nr. 9, Largo).
- Klarinette: tiefes Chalumeau-Register (notiert E3 bis etwa Fis4) dunkel und warm; Kehl-Register (G4–B4) schwächer; Clarino-Register (H4–C6) brillant; Höhe schrill. Sie hat die größte Dynamik der Familie, vom kaum hörbaren Pianissimo bis zum Forte.
- Fagott: der Bass der Gruppe; Tiefe klangvoll, Mitte tenorhaft, Höhe klagend (Eröffnung von Strawinskys Le sacre du printemps, 1913). Im Staccato kann es auch komisch wirken.
- Saxophone: sehr flexibel, vom gehauchten bis zum kratzigen Klang; dominieren im Jazz und Pop (siehe Bläsersatz Pop/Funk und Big Band).
Atem und Schreibweise
Bläser müssen atmen: In langen Passagen alle 4–8 Takte Pausen lassen oder zwei Instrumente abwechseln. Lange gehaltene Töne im extremen Register sind anstrengend.
Klassische Kombinationen
- Flöte + Klarinette im Unisono: sanft und rund.
- Oboe + Flöte in der Oktave: klare, durchdringende Melodie.
- Klarinette + Fagott in der Oktave: warmer Choral.
- Vierstimmige Holzbläser in „verzahnter“ Harmonie (interlocked): fl1–ob1–fl2–ob2 abwechselnd für eine homogene Mischung.
Praktische Übung
Schreibe eine Melodie von 8 Takten in F-Dur und verteile sie auf vier Arten: Flöte solo im mittleren Register, Oboe, Klarinette in B (denke daran, sie eine große Sekunde höher in G-Dur zu notieren), Flöte und Klarinette im Unisono. In der DAW schreibst du immer in klingenden Tönen, exportierst aber die Stimmen für die Musiker mit der korrekten Transposition.
Verweise
Orchestrierung: Familien, Tonumfänge und Mischungen, Verdopplungen und orchestrale Mischklänge, Bläsersatz Pop/Funk, Big-Band-Arrangement, Blechbläser: Tonumfänge und Transpositionen.