Arrangement und OrchestrierungFortgeschritten3 Min. Lesezeit

Für Gitarre arrangieren: CAGED, Dreiklänge und Umkehrungen auf den Saiten

Das Instrument

Sechssaitige Gitarre in Standardstimmung: E2 A2 D3 G3 H3 E4 (von der sechsten zur ersten Saite). Die Gitarre klingt eine Oktave tiefer als notiert (geschrieben im Violinschlüssel mit der 8 darunter). Umfang: E2 – etwa D6 (22 Bünde) oder E6 (24 Bünde). Grundfrequenzen: E2 = 82,4 Hz, E4 = 329,6 Hz.

Das CAGED-System

Die fünf offenen Dur-Akkordformen (C, A, G, E, D) lassen sich mit dem Barré über das Griffbrett verschieben. Jeder Durakkord lässt sich in fünf aufeinanderfolgenden Positionen spielen, in der Reihenfolge C–A–G–E–D. Beispiel für C-Dur:

  • offene C-Form (1. Lage, Bünde 0–3);
  • A-Form im 3. Bund (Barré im 3.);
  • G-Form um den 5. Bund;
  • E-Form im 8. Bund (Barré im 8.);
  • D-Form um den 10. Bund;

danach beginnt es wieder mit der C-Form im 12. Bund.

CAGED dient dazu, einen Akkord in jeder Zone des Griffbretts zu finden und Akkorde, Arpeggien und Tonleitern in derselben Lage zu verbinden.

Dreiklänge auf Saitengruppen

Sechssaitige Akkorde sind voll, aber im Arrangement oft zu dicht. Nützlicher sind Dreiklänge auf drei benachbarten Saiten:

  • Gruppen: 1-2-3 (hoch), 2-3-4, 3-4-5, 4-5-6 (tief);
  • auf jeder Gruppe hat ein Dreiklang drei Positionen: Grundstellung, erste Umkehrung, zweite Umkehrung.

Beispiel C-Dur auf den Saiten 1-2-3:

  • zweite Umkehrung: G (3. Saite Bund 0), C (2. Saite Bund 1), E (1. Saite Bund 0);
  • Grundstellung: C (3. Saite Bund 5), E (2. Saite Bund 5), G (1. Saite Bund 3);
  • erste Umkehrung: E (3. Saite Bund 9), G (2. Saite Bund 8), C (1. Saite Bund 8).

Akkorde mit dem jeweils nächstgelegenen Dreiklang zu verbinden (minimale Stimmbewegung) ergibt eine Stimmführung wie bei einem Pianisten.

Weitere nützliche Voicings

  • Powerchord (1–5 oder 1–5–8): Rock und Metal, mit Verzerrung sehr klar.
  • Shell Voicing (1–3–7 oder 1–7–3) auf den Saiten 6-4-3 oder 5-4-3: Jazz.
  • Drop 2 und Drop 3 mit vier Tönen: Jazz und Soul.
  • Akkorde mit leeren Saiten (Cadd9, Dsus2, Em7 mit leerem G und H): weiter, „resonanter“ Klang, typisch für akustischen Pop.
  • Partial Chord / Chucking: 2–3 Töne auf den hohen Saiten, rhythmisch (Nile Rodgers, Funk).

Mehrere Gitarren arrangieren

  • Gitarre 1: offene Akkorde in der ersten Lage (tiefes bis mittleres Register).
  • Gitarre 2: dieselben Harmonien mit Dreiklängen auf den Saiten 1-2-3 im 7.–10. Bund oder mit Kapodaster im 7. Bund (gleiche Akkorde, höherer Klang).
  • Gitarre 3: Arpeggio oder Arpeggien mit Delay.

So vermeidet man Dopplungen im selben Register. Eine verbreitete Studiotechnik ist die Nashville Tuning (High Strung): Die Saiten 3, 4, 5, 6 werden durch Saiten ersetzt, die eine Oktave höher klingen, für eine brillante Akustikgitarre, die man über die normale legt.

Kapodaster und Tonart

Der Kapodaster erlaubt es, offene Formen in jeder Tonart zu verwenden: G-Formen mit Kapo im 2. Bund = A-Dur. Nützlich, um die Tonart an die Stimme anzupassen und dabei leere Saiten beizubehalten.

Rhythmus

  • Schlagen in Achteln oder Sechzehnteln (konstant ab-auf, auch wenn die Saite nicht getroffen wird).
  • Palm Muting: mit dem Handballen dämpfen für einen perkussiven Klang.
  • Arpeggio (Fingerpicking): Daumen auf den Bässen, Finger auf den hohen Saiten (Travis Picking).
  • Chucking/Scratch: gedämpfte Schläge auf den Offbeats (Funk, Reggae-Skank auf 2 und 4).

Praktische Übung

Nimm den Loop C–Am–F–G. Spiele ihn auf drei Arten: offene Akkorde in der ersten Lage; Dreiklänge auf den Saiten 1-2-3, wobei du für jeden Akkord die dem vorigen nächstgelegene Umkehrung wählst; CAGED-Formen, alle innerhalb der Bünde 5–8. Nimm die ersten beiden Versionen links und rechts auf und höre, wie sie sich ergänzen.

Verweise

Dreiklänge: Qualitäten und diatonische Akkorde, Akkordumkehrungen, Voicing: eng, weit, Drop 2, Shell, Layering: nach Frequenzen und Stereobild arrangieren, Akustisches/Unplugged-Arrangement.

Quellen

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