Definition
Er ist die Geschwindigkeit, mit der sich die Akkorde ändern, und die Art, wie die Wechsel in der Zeit verteilt sind. Er ist unabhängig vom BPM: Ein Stück mit 160 BPM und einem Akkord alle vier Takte hat einen langsamen harmonischen Rhythmus.
Prinzipien
- Beschleunigung zur Kadenz hin: ein Akkord pro Takt, dann zwei, dann die Kadenz. In C: | C | Am | F G | C |.
- Wechsel auf schweren Zählzeiten: stabilisieren. Vorgezogene Wechsel (auf dem letzten Achtel des vorhergehenden Takts) erzeugen Schub: Das ist die Antizipation, typisch für Pop, Funk und K-Pop.
- Kontrast zwischen Abschnitten: langsame Strophe (| C | C | F | F |), dichterer Refrain (| C G | Am F |) oder umgekehrt, damit der Refrain „atmen“ kann.
- Harmonischer Rhythmus und Melodie: Ist die Melodie sehr aktiv, können die Akkorde stillstehen, und umgekehrt.
Werkzeug der Betonung
In den Songwriting-Kursen von Berklee ist der harmonische Rhythmus ein Mittel der Hervorhebung: Verlangsamt man die Wechsel unter dem Songtitel, tritt er hervor; beschleunigt man sie im Pre-Chorus, entsteht Dringlichkeit.
In den Genres
- Trap und Rage: oft ein Akkord oder ein Zweiakkord-Loop über acht Takte; das Interesse liegt in Rhythmus und Sound.
- Jazz und Gospel: auch zwei oder vier Akkorde pro Takt.
- Klassische Musik: Verlangsamung an den Kadenzen, Beschleunigung in den Durchführungen.
Beispiel aus der Praxis
Das Präludium in C BWV 846 von Bach wechselt den Akkord genau einmal pro Takt: Der konstante harmonische Rhythmus wird zur Form des Stücks selbst. Im Gegenteil dazu wiederholt „Get Lucky“ von Daft Punk einen Vier-Akkord-Zyklus mit konstanter Geschwindigkeit durch das ganze Stück, und die Variation übernimmt das Arrangement.