Die meistverwendeten Akkordfolgen (in C / a-Moll)
- I–V–vi–IV: C G Am F. Die „universelle“ Pop-Folge.
- vi–IV–I–V: Am F C G. Dieselbe Folge rotiert: mehrdeutigeres, melancholischeres Zentrum.
- I–vi–IV–V: C Am F G. Der „Doo-Wop“ der 50er Jahre.
- IV–V–iii–vi („Royal Road“, 王道進行): Fmaj7 G7 Em7 Am. Pfeiler des J-Pop und vieler K-Pop-Balladen.
- i–VI–III–VII: Am F C G in Moll: Trap, Emo-Rap, EDM.
- I–bVII–IV–I: C Bb F C, mixolydischer Rock.
- ii–V–I im Pop: Dm7 G7sus4 G7 Cmaj7.
- I–iii–IV–iv: C Em F Fm, mit der Moll-Entlehnung zum Schluss.
Rotation und tonales Zentrum
Dieselben vier Dreiklänge ändern ihre Bedeutung je nach Ausgangspunkt, längstem Akkord, Bass und Melodie. Endet die Topline auf A, klingt Am F C G in a-Moll; endet sie über C auf C, wird C das Zentrum.
Wie man eine gewöhnliche Folge frisch macht
- Umkehrungen im Bass: C – G/H – Am – F (absteigender Bass C H A F).
- Sus und Add: Cadd9 – Gsus4 – Am7 – Fmaj7.
- Modaler Austausch: Ersetze das letzte F durch Fm.
- Harmonischer Rhythmus: zwei Akkorde pro Takt im Refrain, einer alle zwei Takte in der Strophe.
- Orgelpunkt-Akkord: alles über einem C im Bass.
Beispiel aus der Praxis
„Let It Be“ von den Beatles in C beginnt mit C G Am F; „Despacito“ (Luis Fonsi ft. Daddy Yankee, 2017) verwendet die Rotation vi–IV–I–V (Hm G D A, in D-Dur).