Was eine Sequenz ist
Ein Modell aus zwei oder mehr Akkorden (und oft einem melodischen Motiv), das von verschiedenen Stufen aus wiederholt wird. Die Stimmen wiederholen dieselbe Bewegung: Deshalb ist die Sequenz zugleich vorhersehbar und mitreißend.
Wichtige Sequenzen
- Diatonische Quintfallsequenz (Zirkel): C – F – H° – Em – Am – Dm – G – C (I IV vii° iii vi ii V I). In a-Moll: Am – Dm – G – C – F – Hm7b5 – E7 – Am.
- Mit Septimen: Cmaj7 Fmaj7 Hm7b5 Em7 Am7 Dm7 G7 C: Die Septimen werden kettenartig vorbereitet und aufgelöst.
- Pachelbel (Quarte abwärts, Sekunde aufwärts): C – G – Am – Em – F – C – F – G.
- Absteigende Terzen: C – Am – F – Dm – G (I vi IV ii V).
- 5–6 aufsteigend: C – Am/C – Dm – Hdim/D – Em, der Bass steigt stufenweise.
- Erweiterte Dominanten: E7 – A7 – D7 – G7 – C, chromatische Version des Zirkels.
Regeln
- In einer diatonischen Sequenz ändert sich die Akkordqualität (Dur, Moll, vermindert), weil man in der Tonleiter bleibt; in einer realen Sequenz transponiert man alles exakt und verlässt die Tonart (ein Mittel zum Modulieren).
- Zwei oder drei Wiederholungen genügen: Bei der dritten hat das Publikum es verstanden, bei der vierten langweilt es sich. Brich das Modell vor der Kadenz.
Beispiel aus der Praxis
„I Will Survive“ (Gloria Gaynor, 1978) steht in a-Moll und durchläuft den ganzen Quintenzirkel: Am Dm7 G Cmaj7 Fmaj7 Hm7b5 Esus4 E. Dasselbe Schema kehrt in unzähligen Barockstücken wieder, angefangen bei Vivaldi.