Die drei Teile
- Exposition: erstes Thema in der Tonika; modulierende Überleitung; zweites Thema in der Dominanttonart (in Dur) oder in der Paralleltonart (in Moll); abschließende Codetta. Meist wiederholt.
- Durchführung: Fragmentierung und Verwandlung der Themen, Sequenzen, entfernte Tonarten; endet mit einer Rückleitung über dem Dominantorgelpunkt.
- Reprise: Beide Themen kehren wieder, nun beide in der Tonika; die Überleitung wird so verändert, dass sie nicht moduliert. Eventuell eine Coda.
Tonaler Plan
- In C-Dur: Exposition C → G | Durchführung wandernd | Reprise C → C.
- In a-Moll: Exposition a-Moll → C-Dur | Durchführung | Reprise a-Moll → a-Moll (oder A-Dur).
Die Logik
Sie ist eine Dramaturgie der tonalen Spannung: Das zweite Thema „fern von zu Hause“ erzeugt einen Konflikt, den die Reprise löst, indem sie es in die Tonika zurückführt. Bernstein erklärt sie in den Young People's Concerts wie einen Magneten: Die Tonika stößt die Musik ab und zieht sie dann wieder an.
Lektion für den Producer
- Stelle das Material (Hook, Riff) früh vor.
- Entwickle: Zerlege das Riff im Bridge, ändere die Harmonie, filtere, fragmentiere.
- Bereite die Rückkehr mit einem Dominantorgelpunkt vor (Build-up).
- Greife mit Wucht wieder auf: Der letzte Drop in der Tonika ist eine Reprise.
Beispiel aus der Praxis
Die Klaviersonate K. 545 in C-Dur von Mozart (1788): Die Exposition führt von C nach G; die Reprise beginnt ungewöhnlicherweise in F-Dur, bevor sie nach C zurückkehrt. Sie ist eines der im Unterricht am häufigsten verwendeten Beispiele für die Sonatenform.