HarmonielehreFortgeschritten2 Min. Lesezeit

Akkordumkehrungen sowie Sext- und Quartsextakkorde

Umkehrungen des Dreiklangs

  • Grundstellung (5/3): C = C E G.
  • Erste Umkehrung (6/3, „Sextakkord“): C/E, Bass E.
  • Zweite Umkehrung (6/4): C/G, Bass G.

Umkehrungen des Septakkords

G7 (7), G7/H (6/5), G7/D (4/3), G7/F (4/2 oder 2). Der Bass von G7/F fällt fast immer nach E: G7/F → C/E.

Wozu sie dienen

  • Fließende Basslinie: C – G/H – Am statt C – G – Am, der Bass fällt stufenweise C–H–A.
  • Abgestufte Stabilität: Die erste Umkehrung ist weniger abschließend als die Grundstellung; nützlich in der Mitte einer Phrase.
  • Pop-Farbe: F/A, G/H, C/E sind die Grundlage der „Gospel“-Übergänge am Klavier.

Die vier 6/4-Akkorde der Tradition

Die zweite Umkehrung ist instabil und erscheint im klassischen Satz nur in vier Situationen:

  • Kadenzierend: C/G – G7 – C. Das C/G ist eigentlich ein G mit Appoggiaturen (C und E fallen nach H und D). Er wird als V6/4–5/3 analysiert.
  • Durchgängig: C – G/D – C/E, der Bass steigt C–D–E.
  • Wechselnd (Orgelpunkt): C – F/C – C, der Bass bleibt liegen.
  • Arpeggierend: Der Bass arpeggiert den Akkord (typisch für Walzer).

Beispiel aus der Praxis

„A Whiter Shade of Pale“ (Procol Harum, 1967) steht in C-Dur und verdankt seinen Charakter einer Basslinie, die dank der Umkehrungen stufenweise fällt (C–H–A–G–F–E–D …). In klassischen Konzerten dagegen beginnt die Solokadenz fast immer über einem kadenzierenden 6/4-Akkord, den das Orchester hält.

Quellen

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