Umkehrungen des Dreiklangs
- Grundstellung (5/3): C = C E G.
- Erste Umkehrung (6/3, „Sextakkord“): C/E, Bass E.
- Zweite Umkehrung (6/4): C/G, Bass G.
Umkehrungen des Septakkords
G7 (7), G7/H (6/5), G7/D (4/3), G7/F (4/2 oder 2). Der Bass von G7/F fällt fast immer nach E: G7/F → C/E.
Wozu sie dienen
- Fließende Basslinie: C – G/H – Am statt C – G – Am, der Bass fällt stufenweise C–H–A.
- Abgestufte Stabilität: Die erste Umkehrung ist weniger abschließend als die Grundstellung; nützlich in der Mitte einer Phrase.
- Pop-Farbe: F/A, G/H, C/E sind die Grundlage der „Gospel“-Übergänge am Klavier.
Die vier 6/4-Akkorde der Tradition
Die zweite Umkehrung ist instabil und erscheint im klassischen Satz nur in vier Situationen:
- Kadenzierend: C/G – G7 – C. Das C/G ist eigentlich ein G mit Appoggiaturen (C und E fallen nach H und D). Er wird als V6/4–5/3 analysiert.
- Durchgängig: C – G/D – C/E, der Bass steigt C–D–E.
- Wechselnd (Orgelpunkt): C – F/C – C, der Bass bleibt liegen.
- Arpeggierend: Der Bass arpeggiert den Akkord (typisch für Walzer).
Beispiel aus der Praxis
„A Whiter Shade of Pale“ (Procol Harum, 1967) steht in C-Dur und verdankt seinen Charakter einer Basslinie, die dank der Umkehrungen stufenweise fällt (C–H–A–G–F–E–D …). In klassischen Konzerten dagegen beginnt die Solokadenz fast immer über einem kadenzierenden 6/4-Akkord, den das Orchester hält.