Definition
Die Synkope verschiebt den Akzent auf eine schwache Zählzeit oder einen schwachen Taktteil, oft mit einer Note, die über die starke Zählzeit hinaus gebunden wird. Der Hörer erwartet den Akzent auf der 1 und der 3 (im 4/4-Takt) und bekommt ihn woanders: So entsteht der „Swing“, der Drive.
Arten
- Offbeat: Noten auf den „und“ (auf dem zweiten Achtel jedes Schlags).
- Bindung über die starke Zählzeit: eine Note, die auf dem „und“ der 2 beginnt und über die 3 hinaus weiterklingt.
- Antizipation: Der Akkord oder die Note der starken Zählzeit kommt ein Achtel oder ein Sechzehntel früher (der „Push“ des Pop: Der neue Akkord setzt auf dem „und“ der 4 ein).
- Asymmetrische Gruppierungen: 3+3+2 Sechzehntel oder Achtel (Tresillo).
Raster (ein Takt in Sechzehnteln, 16 Felder)
- Gerade: x...x...x...x...
- Tresillo: x..x..x.x..x..x. (3+3+2 wiederholt)
- Tresillo in Achteln (ein Takt): x.....x.....x... (3+3+2 Achtel)
- Antizipation der folgenden 1: letztes Sechzehntel des Takts gespielt und gebunden.
Harmonisches Beispiel in C
Takt 1 auf C, Takt 2 auf Am: Statt auf der 1 von Takt 2 zu wechseln, setzt das Am auf dem letzten Achtel von Takt 1 ein und wird über den Taktstrich gebunden. Der Wechsel wirkt dringlicher, ohne das Tempo zu ändern.
In den Genres
Funk und R&B (Bass und Gitarre auf den schwachen Sechzehnteln), Reggaeton und Dembow (Tresillo in Kick und Snare), Afrobeats, K-Pop (synkopierte Synths), Trap (zur Kick synkopierte 808s).
Beispiel aus der Praxis
Das Marimba-Riff von „Shape of You“ (Ed Sheeran, 2017) ist auf der Gruppierung 3+3+2 aufgebaut: eine Tresillo-Synkope, die ein Stück im mittleren Tempo zum Tanzen bringt.