Hall
- Typen: Room (klein und natürlich), Plate (brillant und dicht, klassisch auf Stimmen), Hall (weit), Chamber, Spring (Gitarren, Dub).
- Pre-Delay: Verzögerung vor dem Hallschwanz (20–80 ms). Hält die Stimme vorn und den Schwanz hinten; kann zum Tempo synchronisiert werden.
- Decay: Dauer des Schwanzes (0,8–3 s); je schneller oder dichter das Stück, desto kürzer muss er sein.
- Damping / EQ: filtert den Schwanz (HPF 200–400 Hz, LPF 6–10 kHz), um Matsch und überhöhte Zischlaute zu vermeiden.
- Early Reflections: geben den Eindruck eines Raums ohne den Schwanz.
Delay
Formel: ms = 60000 / BPM für ein Viertel.
- Bei 120 BPM: Viertel 500 ms, Achtel 250 ms, punktiertes Achtel 375 ms, Sechzehntel 125 ms.
- Slapback: 80–120 ms, nur eine Wiederholung (Rockabilly, Rap-Stimmen).
- Ping-Pong: abwechselnde Wiederholungen L/R.
- Throw: Delay nur auf dem letzten Wort einer Phrase eingeschaltet.
- Filtere die Wiederholungen und nutze Ducking (das Delay wird leiser, wenn die Stimme singt).
Sends und Returns
Nutze Hall und Delay als Send auf eigenen Bussen: Mehrere Spuren teilen sich denselben Raum, und der Mix klingt geschlossen. Den Return leicht zu komprimieren oder per Sidechain von der Stimme zu steuern erhält die Klarheit.
Beispiel in a-Moll bei 140 BPM (Half-Time)
Viertel = 428,6 ms. Rap-Stimme mit Slapback von 107 ms (ein Sechzehntel), Throw mit punktiertem Achtel (321 ms) auf den letzten Wörtern, Plate von 1,2 s mit 30 ms Pre-Delay, gefiltert bei 300 Hz und 8 kHz.
Beispiel aus der Praxis
Das Slapback-Echo auf der Stimme von Elvis Presley in „Heartbreak Hotel“ (1956) und der Gated Reverb auf dem Schlagzeug von Phil Collins in den 1980ern sind zwei historische Markenzeichen des kreativen Umgangs mit Raum.