Die Mitte
In fast allen modernen Genres stehen in der Mitte: Kick, 808/Bass, Snare, Hauptstimme. Das sind die energiereichsten Elemente, und sie müssen auch in Mono solide sein.
Die Seiten
- Gedoppelte Gitarren und Synths: L/R breit (auch bei 100 %: LCR-Panning).
- Backings, Doubles und Ad-libs: verteilt, oft fächerförmig.
- Pads und Hallräume: breit.
- Hi-Hat und Percussion: leicht aus der Mitte gerückt, um das „Schlagzeug aus Publikumssicht“ oder aus Sicht des Schlagzeugers zu erzeugen (wähle und bleibe konsequent).
Werkzeuge für Breite
- Panning und echte Doubles: der natürlichste Weg.
- Haas-Effekt: derselbe Klang um 10–30 ms verzögert auf einer Seite; achte auf die Mono-Kompatibilität (Auslöschungen).
- Chorus und Micro-Pitch (±5–10 Cent zwischen L und R).
- Mid/Side: separater EQ auf Mitte und Seiten; schneide die Bässe der Seiten unter 120–150 Hz ab.
- Stereo-Verbreiterer: mit Maß.
Tiefe
Der Mix hat auch eine Achse von vorn nach hinten: mehr Lautstärke, mehr Höhen und weniger Hall = nah; weniger Höhen, mehr Hall und kürzeres Pre-Delay = fern.
Kontrollen
- Phasenkorrelationsmesser in den wichtigen Teilen stets über 0.
- Häufiges Hören in Mono: Clubs, Handys und kleine Lautsprecher sind oft mono.
Beispiel in a-Moll
808 und Kick in der Mitte in Mono; Pad Am – F mit breitem Chorus; zwei gedoppelte Gitarren oder Synths L/R; Stimme in der Mitte, Doubles ±30 %, Ad-libs ±60 %, langer, gefilterter Hall auf den Seiten.
Beispiel aus der Praxis
Viele Stereoversionen der Beatles aus den 1960ern legen ganze Instrumente komplett auf eine Seite und die Stimmen auf die andere: ein guter Vergleich, um zu verstehen, wie viel mittiger das moderne Panning im unteren Teil des Mixes geworden ist.