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Melodiebildung und Kontur

Kontur

Sie ist die Gestalt der Melodie in der Zeit. Die Grundkonturen:

  • Aufsteigend: öffnet, erzeugt Energie, gut für den Pre-Chorus.
  • Absteigend: schließt, entspannt, häufig am Phrasenende.
  • Bogenförmig: steigt zu einem Höhepunkt und fällt wieder; die natürlichste.
  • Umgekehrter Bogen: fällt und steigt wieder.

In den Songwriting-Kursen am Berklee ist die Kontur mit der Bedeutung verknüpft: Eine steigende Melodie „fragt“, eine fallende „behauptet“ oder „gibt auf“.

Praktische Prinzipien

  • Stufenweise Bewegung mit gezielten Sprüngen: In vielen sangbaren Melodien geschieht der Großteil der Bewegungen stufenweise.
  • Sprung und Ausfüllung (Gap-Fill): Nach einem großen Sprung kehrt die Melodie stufenweise zurück.
  • Nur ein Höhepunkt pro Phrase oder Abschnitt; der Höhepunkt des Stücks liegt meist im Chorus oder im Bridge.
  • Stabile Töne auf den starken Zählzeiten (1, 3, 5 des Akkords), Spannungen auf schwachen Zählzeiten oder als ausdrucksvolle Vorhalte.
  • Wiederholung und Variation: Wiederhole ein Fragment mindestens einmal, dann verändere es.
  • Ambitus pro Abschnitt: enge, tiefe Strophe, höherer und weiterer Chorus.
  • Atem: Lass Pausen; die Pause definiert die Phrase.

Beispiel in C über C – G – Am – F

  • C: G4 – E4 – G4 (Akkordtöne)
  • G: D4 – B3 – D4
  • Am: C4 – E4 – A4 (Sprung zum Höhepunkt)
  • F: G4 – F4 – E4 (absteigendes Gap-Fill, Schluss auf der Terz des folgenden C)

Beispiel aus der Praxis

„Over the Rainbow“ (Arlen, 1939) beginnt mit einem Oktavsprung nach oben und fällt dann stufenweise, um die Lücke zu „füllen“: der Lehrbuchfall des Gap-Fill. Bernstein spricht ausführlich darüber in der Folge „What is Melody?“ der Young People's Concerts.

Quellen

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